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 IV. Der Wertgedanke. 
 
 nicht nur ein Erlebnis, sondern zugleich selbst eine Erkenntnisquelle 
 ist, die zwar von der äußeren Wirklichkeit, nicht aber voq sich selbst 
 Kunde gibt, jene äußere Wirklichkeit also in keiner Weise zu sich in 
 Kelation setzt oder erfaßt. Ganz analog wie mit der äußeren Wahr- 
 nehmung ist es nun auch mit dem Gefühl bewandt. Kann ich (cum grano 
 salis) vom Licht nicht anders wissen als indem ich es empfinde, so 
 (mit analoger Einschränkung) auch vom Werte nicht anders, als indem 
 ich ihn fühle. Ist damit aber das Licht nicht zu etwas Relativem ge- 
 worden, so braucht es der Wert auch nicht zu werden. 
 
 Aber ist durch das Dargelegte nicht denn doch zu viel bewiesen? 
 Darf man des unpersönlichen Wertes wirklich ebenso sicher sein wie 
 der sieht- oder tastbaren Außenwelt? Es verdient Beachtung, daß das 
 eben Ausgeführte das weder besagen kann noch besagen will, da zu- 
 nächst darin nur die Aufstellung zur Diskussion stand, daß die Erfahrung 
 ausschließlich den persönlichen, also den relativen Wert bezeuge. Gibt 
 es eine emotionale Partialpräsentation, wie wir jetzt auch kurz sagen 
 können, so ist das unrichtig. Nur besser bezeugt als der absolute Wert 
 bleibt der relative unter allen Umständen, schon weil die Tatsache der 
 emotionalen Partialpräsentation namentlich heute, da man erst auf sie 
 aufmerksam geworden ist, einen viel weniger gesicherten Tatbestand 
 ausmacht als die emotionale Selbstpräsentation und weil jene zugleich 
 für alle Zeit eine viel weniger zuverlässige Erkenntnisquelle ausmachen 
 wird als diese. 
 
 Freilich könnte man nun aber nach den Intentionen unseres Autors 
 auch noch in der Weise, wie sich der Wert durch emotionale Präsen- 
 tation verrät, eine nicht zu beseitigende Relativität sehen, in der der 
 eben betonte Parallelismus zur sinnlichen Wahrnehmung gerade in be- 
 sonderem Maße zur Geltung käme. Müller-Preienfels weist darauf hin, 
 daß man etwa ein Buch grün nennt, obwohl es nur bei Tageslicht so 
 aussieht, dagegen bei Licht blau, in der Dämmerung grau erscheint 
 und so weiter^ und spricht mit Rücksicht hferauf von „Objektivierung*. 
 Mit Wertprädikaten und ihresgleichen ist es natürlich auch nicht anders 
 bewandt und wie dort das durch die Empfindung präsentierte, so kommt 
 augenscheinlich hier das durch das Gefühl präsentierte Attribut dem 
 betreffenden Dinge streng genommen nur zu in Relativität zu gewissen 
 Umständen, im Wertfalle natürlichst zum fühlenden Subjekt, so daß dem 
 Anspruch auf Relativität des Wertes nun doch wieder Genüge geleistet 
 wäre. Und in der Tat ist damit, was zunächst die Wahrnehmungen 
 anlangt, auf einen richtigen und wichtigen Sachverhalt hingewiesen, 
 der schon gebührende Würdigung erfahren hat^ und auch gegen die 
 Anwendung auf das Gebiet des emotional Präsentierten wird kein Ein- 
 wand zu erheben sein. Aber was damit gesagt sein will, ist doch nur. 
 dies, daß, wenn wir aus den Wahrnehmungsdaten das herausarbeiten 
 
 1 A. a. 0., S. 350 f. 
 
 2 Vi;l. E. Mally, „Znr Frage nach der Bedeutung der Erscheinungen 
 ftlr das Erfassen des Nichtphänomenalen", VIIL Jahresbericht des II Staats- 
 gymnasiums in Graz, 1910, besonders S. 9. 
 
 §7. Der unpersönliche Wert. 
 
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 l "öfnnd^flge einer neuen Wertlehre", a. a. S 370 ^79 f Q7ft 
 ' A. a. 0., bes. Kap. IV. nnd V. ' '^'■' ^'^- 
 
