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 IV. Der Wertgedanke. 
 
 tiberstehen, diesem ebenso vorgegeben sein mui5, wie sonst die Aufgabe 
 ihrer Lösung. Nun liegt es freilich nahe, die Besonderheit der Sachlage 
 hier darin begründet zu sehen, daß es sich da um die in mehr als 
 einer Hinsicht sicher einzigartige Relation des Erfassens handelt, indes 
 auf außerintellektuellem Gebiete von etwas derartigem nicht die Rede 
 sein könne. Aber gerade dieser letzte Punkt trifft, wie ich an anderem 
 Orte^ dargetan zu haben hoffe, nicht zu: die Emotionen, unter diesen 
 insbesondere auch die Wertgefühle, funktionieren präsentierend und 
 betätigen sich dadurch als Erkenntnismittel ganz ähnlich wie Vorstellungs- 
 und Denkerlebnisse, ohne darum diesen gegenüber irgend etwas an 
 ihrer Eigenartigkeit zu verlieren. Und so wenig man unbeschadet der 
 Subjektivität etwa der sensiblen Qualitäten von einer persönlichen Farbe, 
 persönlichen Härte, persönlichen Wärme wird reden wollen, so wenig wird 
 jeder Wert nur deshalb ein persönlicher Wert sein müssen, weil er uns 
 allenthalben nur unter Vermittlung von Werterlebnissen entgegentritt. 
 
 Es darf im Interesse der Klärung dieser wichtigen Angelegenheit 
 nur als ein erwünschtes Zusammentreften gelten, daß die jüngste Bear- 
 beitung der werttheoretischen Grundfragen^ im Gegensatze zu meinen 
 vorher veröffentlichten Ausführungen (wenn auch augenscheinlich, ohne 
 von diesen Kenntnis genommen zu haben) nachdrücklich für die Rela- 
 tivität aller Werte eingetreten ist. Der Stellungnahme hierzu mögen 
 hier noch einige Worte gewidmet sein. 
 
 Daß zunächst das vortheoretische wie das theoretische Denken 
 sich keineswegs selten auf absolute Werte hingedrängt findet, wird 
 von Müller-Freienfels rückhaltlos anerkannt,^ nur das Recht dazu aus 
 verschiedenen Gründen in Abrede gestellt, deren Triftigkeit zwar nicht 
 jedesmal gleich überzeugend sein mag, die aber darin sicher im Rechte 
 sein werden, daß keinem der in Frage kommenden Fälle die Dignität 
 eines absoluten Wertes etwa ohne weiteres zuzuerkennen sein wird. 
 Aber meine oben wiederholte Berufung auf den consensus omnium 
 sollte auch nicht diesen oder jenen Wert als absoluten festlegen, sondern 
 nur die Beschaffenheit des Wertgedankens als des Gedankens an etwas 
 Nichtrelatives erkennen lassen. In dieser Hinsicht aber habe ich das 
 Zeugnis unseres Autors für mich: auf was für Motive immer die „Abso- 
 lutierung" der Werte zurückgehen mag, jedenfalls kommt in der Tendenz 
 dazu die Meinung zur Geltung, daß die Relativität dem Werte sozusagen 
 etwas abbricht, und der Wert in dem Maße gleichsam erst voll wird, 
 in dem er sich der Absolutheit annähert. Natürlich ist damit noch 
 keineswegs ausgemacht, daß das Denken damit nicht etwa in die Irre 
 geraten ist ; aber es könnte auch die eigentliche Natur des Wertgedankens 
 sein, die hierin zum Vorschein kommt. 
 
 Nur verschlägt dies freilich eventuell wenig genug gegenüber der 
 Hauptaufstellung unseres Autors, daß der absolute Wert ein Unding* 
 
 ^ „Über emotionale Präsentation", §3 ff. 
 
 2 R. Müller-Freienf eis, „Grundzüge usw." a. a. 0. 
 
 8 A. a. 0., S. 353, 370, 379 f. 
 
 * A. a 0., S. 334, vgl. auch S. 354, 370. 
 
 § 7. Der unpersönliche Wert. 
 
 beiden überhaupt möSSnEkenntSw^^^^^ wäre damit durch jede d^er 
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 ^ A. a. 0., S. 371. 
 
