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 IV. Der Wertgedanke. 
 
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 tivitätsgrenzen stattfindet [^% Dies vorausgesetzt, kann man einfach 
 sagen: der Fehler des Potentialwertbegriffes besteht augenscheinlich 
 darin, daß er völlig athetischer Natur ist. Das obige Gegenargument 
 von der mangelnden Vergänglichkeit verliert sofort seine Kraft, wenn 
 etwa die Existenz eines Wertsubjektes in den Begriff des persönlichen 
 Wertes einbezogen ist. Darin liegt ohne Zweifel etwas wie eine partielle 
 Rückkehr zum Aktualwertbegriff; man könnte das eine Aktualisierung 
 des Potentialbegriffes nennen und nun die Frage erheben, was alles 
 in eine solche Aktualisierung einbezogen werden muß, um zu einem 
 natürlichen Wertbegriffe zu führen. Zu diesem Ende 'muß vor allem 
 ein Punkt ins Reine gebracht sein. Das, was eben Aktualisierung genannt 
 worden ist, hat sich uns als ein Fortschreiten auf dem Wege von der 
 Potentialität zur Aktualität dargestellt. Darf man aber sagen, daß von 
 der Potentialität zur Aktualität, oder, einfacher ausgedrückt, von der 
 Möglichkeit zur Tatsächlichkeit mehr als ein einziger Schritt getan werden 
 muß oder kann, daß es also, von der Möglichkeit ausgehend, eine 
 Annäherung an die Tatsächlichkeit gibt, die nicht auch schon das 
 Erreichen dieser Tatsächlichkeit wäre ? Was an solcher Frage in erster 
 Linie Beachtung verdient, ist dies, daß sie die Voraussetzung macht, 
 Potential- und Aktualbegriff des Wertes unterschieden sich von einander 
 nicht anders als Möglichkeit und Tatsächlichkeit. Das trifft, wie im 
 Grunde schon aus den obigen Ausführungen über thetische Prädikation 
 zu entnehmen war, in Wahrheit nicht zu ; Wertgehaltenwerden, um der 
 Einfachheit halber hier nur das primäre Werterlebnis hervorzuheben, 
 steht dem Wertgehaltenwerdenkönnen nicht bloß so gegenüber, wie das 
 Objektiv „0 ist tatsächlich P" dem davon nur modal verschiedenen 
 Objektiv „0 kann P sein*. Das Wertgehaltenwerdenkönnen ist aus- 
 schließlich in der Beschaffenheit des betreffenden Objektes begründet: 
 das Wertgehalten werden dagegen schließt jedenfalls auch eine Existenz 
 an sich. 
 
 Daß dies beim Wertgehalten werdenkönnen, oder allgemein beim 
 Objektiv „0 ist möglicherweise P" keineswegs der Fall ist, darf für 
 ohne weiteres selbstverständlich gelten. Daß aber auch das Objektiv 
 „0 ist tatsächlich P" an sich durchaus nicht eine Existenz verlangt, 
 um gültig zu sein, erkennt man, indem man etwa von dem Objektiv 
 „das Viereck kann zwei Diagonalen haben" ^ zu dem Objektiv „das 
 Viereck hat tatsächlich zwei Diagonalen" übergeht, wo mit „das Viereck" 
 der unvollständige Gegenstand gemeint ist, dem als solchem Existenz 
 nicht zukommen kann. Nun mag freilich, indem wir auf das Wert- 
 gehaltenwerden die Anwendung machen, durchaus nicht selbstverständlich 
 sein (und wird unten noch zur Sprache kommen), daß, was wertge- 
 halten wird, auch existiert. Aber auch dann ist für den Anteil der 
 Existenz immer noch gesorgt, sofern diese dem Werterlebnis nicht 
 fehlen kann, wo vom tatsächlichen Wertgehaltenwerden mit Recht soll 
 
 1 Daß es sich da naturgemäß nnr um Auchmöglichkeit (vgl. „Über Mög- 
 lichkeit und Wahrscheinlichkeit", S. 100) handeln kann, tut natürlich nichts 
 2ur Sache. 
 
 §3. Die AktualitätsbedinguEgen. Seins- und Nichtseinswerte. 129 
 
 geredet werden dürfen. So unterscheidet sich der Potential- vom Aktual- 
 wertbegriff nicht nur durch die Verschiedenheit von MUrkeltund 
 Tatsachlichkeit, sondern auch dadurch, daß jener prinzipiel dase nsS 
 ist, dieser das Daseinsmoment einbezieht. Das Dasein aber, und wäre 
 es auch nur das des Werterlebnisses, hat natürlich seine Bdingunlen 
 als deren eme uns eben das Dasein des Subjektes entgegenfetrften 
 ist Sind, wie im allgemeinen zu erwarten ist, solcher ^Stnln 
 mehrere, so müssen sie alle erfüllt sein, wenn die im ACaKff 
 in Anspruch genommene Sachlage gegeben sein soll: die ErfStheJ 
 bloß eines Teiles dieser Bedingungen aber ist eine Annäheruni an 
 diese Sachlage, und das Hinzutreten erfüllter Bedingungen kanf im 
 Vergleich mit dem Tatbestande ihrer Unerfülltheit %anz wohl a^ 
 
 1 Ärr ^^^^f r '. ^"''"' '''^'^ ""^ ^"^^ AktualisLungt 
 Gedanken, da es sich bloß um ein Heranziehen der erfüllten Bedingungen 
 
 in Gedanken handelt. Die Bedingungen jedoch, eben die, von denen 
 schon oben bemerkt wurde, daß sie nicht etwa Bedingungen der S 
 S^n " ' '''"'" ^'^^ "^'^ ''' AktualitätsbedingLgfrbLLhnft 
 
 § 3. Die AktualitätsbedinguMgeo. Seins- und Nichtseinswerte. 
 
 vnv J^* ^'^^ festgestellt, so erwachsen uns in Betreff der als uner- 
 läßlich erkannten Aktualisierung des Potentialwertbegriffes zwei Inf- 
 gaben. Einmal muß ausgemacht werden, welcher Art die AkTuali^s- 
 bedingungen sind, die hinsichtlich der Möglichkeit eines ObS 
 Gegenst^and eines Werterlebnisses zu sein, überhaupt in Frage Sen 
 uTJ^'^ T"* '' ""'''' ''''''' ^"' ^^ sämtliche'dieser Sg^^^^^^^^^ 
 m dPn w .K 'T r'"' '"^" Umständen als thetische Determinanten 
 m den Wertbegriff tatsächlich einbezogen werden 
 
 Was den ersten Punkt anlangt, so handelt es sich da äugen- 
 df/oh v/""""'^.'' "°^ ^'' Bedingungen für das Auftreten der^auf 
 
 tene^ittl'%'^^^^^^ ^^^"^"^^ '^' '^^ Auftreten L 
 
 jener Starke die der Größe des betreffenden Wertes angemessen ist 
 
 ObieteT ^ft: '''"/ r^.^f -«^-^^-^^ jedes Werterbrres 
 Objektes auf das es sich bezieht und eines Subjektes, das sich darauf 
 bezieht. Außer von Subjekt und Objekt hängt das Eintreten und insbe 
 aTttl' n' r'^^ ^'l Werterlebnisse auch noch von ziemlich Ü 
 faltigen Umstanden ab, wie zum Beispiel der Anzahl jind Beschaffe!- 
 heit noch vorhandener Objekte derselben Art oder solcher die selbst 
 Werterlebnisobjekte sind und zum Ausgangsobjekte irgewissen Sa 
 tionen stehen und dergleichen. Man könnte Derartiges etwa, soweit es 
 
 fa sen ZT "'' T' '^" ^^"^^^ ''' „Umgebung« ^usammän' 
 fassen, wo dann im allgemeinen ein relativ vorübergehendes Moment 
 das den Eintritt des Werterlebnisses in der Zeit als letzte Teilurrche 
 
 rinTaß h."''h t'* f '''''''' '''' ""''''' ^^--* kann passend 
 als Anlaß bezeichnet werden, so daß wir in Subjekt, Objekt, Umgebune 
 
 und Anlaß dasjenige in Betracht ziehen können auf da's ei^e th'etSf 
 Bestimmung etwa Bedacht zu nehmen hätte. "leuscne 
 
 M e i n n g, Zar Grundlegung der allg. Werttheorie. Q 
 
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