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 n. Die Werterlebnisse. 
 
 § 9. Die Werthaltungen. 
 
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 Beschaffenheit dieser Erlebnisse selbst zu suchen als Konsequenz jener 
 Anteilsverschiedenheit : wir werden in der Folge auf Tatsachen geführt 
 werden, die mit einer solchen Vermutung im besten Einklänge stehen. 
 
 § 8. Objektiv, Objekt und Quasiobjekt der Wertgefühle. 
 
 Darf durch das Dargelegte für ausreichend geklärt gelten, daH 
 und in welchem Sinne die Wertgefühle nicht nur als Urteilsgefühle, 
 sondern näher als Urteilsinhaltsgefühle zu bestimmen sind, so ist nun 
 schließlich noch auf eine Determination dieser Gefühle hinzuweisen,. 
 ohne die von einer sozusagen vollendeten Wertstellungnahme seitens, 
 des Subjektes eigentlich noch immer nicht wohl geredet werden könnte. 
 Partizipiert ein Erlebnis im allijemeinen am Gegenstande seiner Vor- 
 aussetzung, so ist es selbstverständlich und übrigens durch die Erfahrung 
 auch allenthalben bestens beglaubigt, daß keinem Urteilsgefühl, im 
 besonderen also auch keinem Wertgefühl das Objektiv fehlen wird. 
 Nun scheint es aber, wo immer es sich um einen Wert handelt, auch an 
 einem Objekt für diesen Wert nicht fehlen zu dürfen, ja, dieses Objekt 
 drängt sich, wie aus den bisher verwendeten Beispielen allenthalben 
 zu ersehen war, der Aufmerksamkeit weit mehr auf als das Objektiv. 
 Von einem vollständig ausgebildeten Werterlebnis wird man erwarten 
 dürfen, daß es in seiner Beschaffenheit diesem Umstände Rechnung trägt. 
 
 Zunächst könnte man nun meinen, dieses Erfordernis müßte in 
 dem, wie eben erwähnt, niemals fehlenden Objektiv von selbst erfüllt 
 sein, da es ja streng genommen kein Objektiv geben kann, das nicht 
 unmittelbar oder mittelbar auf Objekte zurückginge.^ Und bei Seins- 
 objektiven wird dies in der Regel auch ohne weiteres der Fall sein; 
 wie aber bei Soseinsobjektiven, denen ja, sofern sie nicht etwa zunächst 
 wieder auf Objektive zurückgehen, allemal zwei Objekte zugehören? 
 In der Tat kann ich z. B. ganz wohl Wert darauf legen, daß meine 
 Uhr richtig geht ; aber welches der beiden hier in Betracht kommenden 
 Objekte hätte Anspruch, daraufhin eventuell als Wertobjekt betrachtet 
 zu werden? Das Prädikativ^ „richtig gehend" offenbar nicht, das Sub- 
 jektobjekt' „meine Uhr* aber für sich offenbar auch nicht, da doch 
 nicht die Uhr kurzweg, sondern höchstens die richtig gehende Uhr das 
 Wertobjekt abgeben könnte. Das Objekt „richtig gehende Uhr" aber, 
 kommt streng genommen in dem vorgegebenen Objektiv gar nicht vor. 
 Fernliegend ist ja freilich ein solches Objekt nicht: wenn sich aber 
 unser Wertverhalten ihm zuwenden soll, so wird dies an dem, was ich 
 eben das völlig ausgebildete Wertgefühl genannt habe, irgendwie zu 
 Tage treten müssen. Die Weise, in der dies geschieht, kann nicht 
 
 1 Vgl. „Über Annahmen" 2. 
 
 2 Vgl. „Über Möglichkeit und Wahrscheinlichkeit" [Register]. 
 
 3 Daß damit nichts anderes gemeint ist, als eben das Objekt, das in dem 
 fraglichen Objektiv Sabjektstelle einnimmt, brauchte sicher nicht besonders gesagt 
 zu werden, hätte nicht A. Phalen den Ausdruck „Subjektobjekt" in einem 
 ganz besonderen Sinne angewendet (vgl. meine Ausführungen „über Möglichkeit 
 und Wahrscheinlichkeit", S. 41^), demgegenüber es sich vielleicht empfiehlt, zu 
 bemerken, daß obiger Wortgebrauch damit ganz und gar nichts zu tun hat. 
 
 wohl eine andere sein als die, daß das geeignete Objekt selbst in 
 einem Seinsobjektiv erfaßt wird, dieses Objektiv aber zugleich das 
 
 Objektiv des Wertgefühls abgibt. r.^.^^^' 
 
 In unserem Falle hätte dies die Transformation des Objektivs 
 meine Uhr geht richtig« in ein Objektiv etwa von der Form „meine 
 richtig gehende Uhr existiert* oder dergleichen zu bedeuten, wo mit 
 der Schwerfälligkeit des Ausdruckes leicht auch sachliche Ungenauig- 
 keiten Hand in Hand gehen können. Besser empfiehlt sich daher em 
 Verfahren, das auf die merkwürdige Eigenschaft der Objektive gegründet 
 ist in Objektiven höherer Ordnung gleichsam Objektstelle einzunehmen, 
 insbesondere in diesem Objektiv als Subjektsgegenstand zu funktionieren. 
 Nennen wir ein solches Objektiv in Objektstellung etwa „Quasiobjekt , 
 so kann man sagen: auch wenn ein Wertgefühl vorerst ein Sosems- 
 objektiv aufweist, kann man ihm mindestens ohne den geringsten Ver- 
 stoß gegen die Anforderungen der Äquivalenz ein Seinsobjektiv zugrunde 
 legen, indem man das vorgegebene Objektiv zum Quasiobjekte eines 
 Seinsobjektivs macht. Daß meine Uhr richtig geht, so darf ich sagen, 
 das ist; und behandle ich nun das Seinsobjektiv höherer Ordnung als 
 Objektiv des Wertgefühls, so darf ich das Soseinsobjektiv medrigerer 
 Ordnung als Objekt, genauer immerhin als Quasiobjekt des Wertgefuhles 
 behandeln. In der Tat verlangt die Wendung „ich lege Wert darauf 
 daß . . .•* keine andere Interpretation als der Satz „ich lege Wert 
 auf X* ; im einen Falle wie im anderen darf dabei das Seinsobjektiv 
 nächsthöherer Ordnung für subintelligiert gelten. 
 
 Natürlich kann ein solches Quasiobjekt eventuell einmal auch statt 
 eines Soseinsobjektivs ein Seinsobjektiv sein : legt der Geizige Wert auf 
 seinen Schatz, so kann er einmal auch sagen, er lege Wert darauf, daß 
 der Schatz existiere, kürzer : er lege Wert auf das Dasein des Schatzes. 
 Durch solche Ausdrucksweise wird zum Wertobjekt, allerdings eigentlich 
 nur Quasiobjekt, gemacht, was sich zunächst als Wertobjektiv darstellt. 
 Dadurch erscheint die Verschiedenheit zwischen Wertobjektiv und Wert- 
 objekt einigermaßen verwischt; das ist schwerlich ein Vorteil, durfte 
 aber die Natürlichkeit der hier vertretenen Betrachtungsweise verifizieren, 
 die es ermöglicht, Objektive im Bedarfsfalle als Objekte zu behandeln. 
 
 Nebenbei verdient angemerkt zu werden, daß ein Seinsobjektiv,, 
 das selbst ein Objektiv zum Quasiobjekt hat, jedenfalls Bestandcharakter 
 aufweist, da das Quasiobjekt als Objektiv nicht existieren, sondern nur 
 bestehen kann. Wo also ein Wertgefühl kein eigentliches Objekt, sondern 
 nur ein Quasiobjekt hat, da ist dieses Gefühl jedesmal kein Existenz-, 
 sondern ein Bestandgefühl. [2*] 
 
 § 9. Die Werthaltungen. 
 
 Es ist sonach klar, daß sich die Voraussetzungen jedes Wertgefühles 
 in der Weise transformieren lassen, daß sie ein Seinsobjektiv und em 
 seinem Sein nach bestimmtes Objekt oder Quasiobjekt aufweisen — , 
 
 
 1 Vgl. „über Annahmen" 2, § 9. 
 
