Anhang.
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2. Kausalität reicht für Existierendes, aber nicht für Nichtexistierendes.
Nach Baley betrifft (vgl. S. 92 ff.) Anpassung Wirklichkeit und Nichtwirklichkeit.
Aber Anpassung kann doch nicht etwas außer mir angehen, auf das ich gar nicht
charakteristisch reagiere. Baley erkennt hierfür Vorstellungen an. Aber wie stelle
ich Nichtwirklichkeit vor? Nach Baley ist immer ein vorstellbares Wirkliches
zum Ersatz da (S. 91 f.). Aber wenn Musiker sein Instrument vermißt, betrübt
ihn das falsche Instrument, das in seinen Kasten getan wurde, oder die Luft
im leeren Kasten oder was sonst? Wesentlich ist doch nur der negative Tat-
bestand, der nur durch Urteil oder Annahme erfaßbar. Also keine Anpassung an
Nichtwirklichkeit ohne Urteil.
3. Ob Anpassung an Vergangenes oder Künftiges möglich, bleibe dahin-
gestellt. Vielleicht gestattet hier vager Anpassungsbegriff, was Kausalgedanke
verbietet. Immerhin betrifft Vorfreude bei Saugflasche (Baley, S. 100) eher
Flasche, also Gegenwärtiges, als künftige Milch.
4. Anpassung an bloß Gedachtes, die im Ausfall des Gefühls bestehen mag,
ist kein Vorzug gegen Kausalauffassung. Eher zu fragen, wo Garantie, daß für
hemmende Momente in Umgebung (Beispiel vom ergreifbaren Apfel S. 91 f., vom
fernen S. 94, und endlich vom buchstabierten Apfel S. 91 f.) immer ausreichend
gesorgt sein wird.
III. Solchem Fehlschlag steht zur Seite deutliche Empirie, die nirgends
Wertgefühl zeigt ohne enge Abhängigkeit von Überzeugung. Zugleich eine Art
Phantasieexperiment von Bedeutung des Umschlages der Qualität des Urteils,
vielleicht nicht streng beweiskräftig, aber Bestätigung. Dabei Anteil der
Gewöhnung oder Assoziation oder dergleiehen gar nicht ausgeschlossen. Wert-
ableitung weist deutlich darauf hin.
IV. Zu den Gegenargumenten: ad a: Einwendung gegen Begriff des
Urteilsgefühls verkennt Enge der Verknüpfung mit Voraussetzung;
ad b: 1. Niedere Entwicklungsstufen präjudizieren nicht höheren. 2. Empirie
zeigt in Wahrheit (vgl. oben III) aktuelle Urteile, nur nicht immer zweiteilig
oder ausgesprochen. Analogie zu Wahrnehmung. 3. Vermutung ist Spezialfall
des Urteils.
Gegen Urteilsgefühle als allgemeine Charakteristik der Wertgefühle vgl.
Urbans Hinweis auf Presumption, „Valuation" S. 47, wo auf Mangel an Glauben
hingewiesen und vorher.
Gegen Assoziationspsychologie vgl. Ausführungen von A. Fischer [„Asso-
ziation und Gestalteinprägung", experimentelle Untersuchungen von St. Witasek,
bearbeitet von A. Fischer, Zeitschr. für Psychologie, Bd. 79], besonders aber
Höfler in „Studien I zum Gestaltungsgesetz" [„Naturwissenschaft und Philo-
sophie", Wien 1920] S. 39, auch in Selbstdarstellung sub III (Titel „Physik und
Philosophie der Physik“), auch Höfler, Gymnasialzeitschrift 1919, vgl. auch
Selbstdarstellung, drittletzte Anmerkung.
16 [Zu Seite 62]. Sollte Einführung der Wissensgefühle gegenüber Wert-
gefühlen nicht in anschaulicherer Weise erfolgen, etwa durch Beispiele?
Vgl. solche in Kolleg über Werttheorie. [Ein solches: Es handle sich um
Echtheit oder Unechtheit einer Urkunde. A, für den sich im Falle der Echtheit
etwa die Aussicht auf ein bedeutendes Erbe ergibt, wird an das Urteil, die
Urkunde sei echt Freude, an das entgegengesetzte Leid knüpfen: die Qualität
