§ 4. Übertragung und Vermittlung bei Werthaltungen.
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die Verbindung zwischen den Gegengefühlen gelöst ist, auch die Gegen-
fälle vor, so paradox auch namentlich der Gedanke des Glücksübels
sich anlassen mag. Besteht die Zuordnung zwischen den Gegengefühlen,
so muß natürlich derselbe Gegenstand sowohl Glücks- als Unglücksgut,
respektive sowohl Glücks- als Unglücksübel sein.
Vielleicht wünscht man am Ende dieser Darlegung eine Recht-
fertigung, weshalb hier die Begriffe von Gut und Übel an die Wert-
haltungen angeschlossen worden sind und nicht an den Wert. Wäre es
nicht sowohl herkömmlicher als einfacher gewesen, das Gut als das
zu definieren, was positiven, das Übel als das, was negativen Wert
hat und demgemäß dann auch die Bestimmungen von Glück und Unglück
auszugestalten? Und in der Tat kämen in dieser Weise sicher keine
fehlerhaften Aufstellungen zustande. Nur einfacher würde man sie nicht
wohl nennen dürfen, wenn man den weiteren Untersuchungen vor-
greifend die natürliche Komplikation des Wertbegriffes in Rücksicht
zieht. Das erhellt schon aus der Tatsache, daß im Wertgedanken, wie
sich zeigen wird, jederzeit beide Glieder eines Gegengefühlspaares ein-
bezogen sind, indes wir oben eventuell auch bloß mit einem Gliede
eines solchen Paares unser Auslangen finden konnten. [25]
§ 4. Übertragung und Vermittlung bei Werthaltungen. [26]
Wir haben im bisherigen an den Werthaltungen nur jene psycho-
logischen Voraussetzungen berücksichtigt, die die Werthaltung gleichsam
mit Objekt und Objektiv versehen, die wir darum als psychologische
Gegenstandsvoraussetzungen der Werthaltungen betrachten durften. Da-
durch ist bei vielen Werthaltungen insofern nichts vernachlässigt, als
sie, worauf übrigens noch ausdrücklich zurückzukommen ist, andere
psychologische Voraussetzungen als die Gegenstandsvoraussetzung über-
haupt nicht aufweisen. Aber es gibt auch Werthaltungen, die hinsichtlich
ihrer Voraussetzungen eine größere Mannigfaltigkeit zeigen. Den sich
so ergebenden Gegensatz unter den Werthaltungen durch Beispiele klar
zu machen, ist leicht. Es muß aber auch versucht werden, dem Wesen
dieses Gegensatzes durch genauere Beschreibung näher zu kommen.
Nichts ist gewöhnlicher, als auf einen Schlüssel Wert zu legen,
und die betreffende Werthaltung zeigt dem die Existenz des Schlüssels
erfassenden Urteile gegenüber unverkennbar jenes Verhältnis auf, das
uns an den psychologischen Gegenstandsvoraussetzungen nun schon
ausreichend geläufig ist. Aber der Schlüssel würde die Werthaltung
sicher nicht auf sich ziehen, wenn der Verschluß, den er zu setzen
oder zu beseitigen fähig ist, für in jeder Hinsicht wertlos genommen
würde. Man hält also den Schlüssel wert, weil man etwa den Zugang
in ein Zimmer werthält, den der Schlüssel ermöglicht. Ebenso hält
man ein Kleidungsstück wert, sofern es vor Kälte schützt, man hält
einen Apparat wert, sofern er eine gewisse wertvolle Leistung ermöglicht
und so fort. Allgemein also: es ist ein Objekt P gegeben, das man
werthält, außerdem aber noch ein Objekt O, das zu P in angemessener
Relation steht und das man daraufhin ebenfalls werthält. Augenscheinlich
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