§ 9. Die Werthaltungen.
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wohl eine andere sein als die, daß das geeignete Objekt selbst in
einem Seinsobjektiv erfaßt wird, dieses Objektiv aber zugleich das
Objektiv des Wertgefühls abgibt.
a
In unserem Falle hätte dies die Transformation des Objektivs
„meine Uhr geht richtig in ein Objektiv etwa von der Form „meine
richtig gehende Uhr existiert" oder dergleichen zu bedeuten, wo mit
der Schwerfälligkeit des Ausdruckes leicht auch sachliche Ungenauig-
keiten Hand in Hand gehen können. Besser empfiehlt sich daher ein
Verfahren, das auf die merkwürdige Eigenschaft der Objektive gegründet
ist, in Objektiven höherer Ordnung gleichsam Objektstelle einzunehmen,¹
insbesondere in diesem Objektiv als Subjektsgegenstand zu funktionieren.
Nennen wir ein solches Objektiv in Objektstellung etwa „Quasiobjekt“,
so kann man sagen: auch wenn ein Wertgefühl vorerst ein Soseins-
objektiv aufweist, kann man ihm mindestens ohne den geringsten Ver-
stoß gegen die Anforderungen der Äquivalenz ein Seinsobjektiv zugrunde
legen, indem man das vorgegebene Objektiv zum Quasiobjekte eines
Seinsobjektivs macht. Daß meine Uhr richtig geht, so darf ich sagen,
das ist; und behandle ich nun das Seinsobjektiv höherer Ordnung als
Objektiv des Wertgefühls, so darf ich das Soseinsobjektiv niedrigerer
Ordnung als Objekt, genauer immerhin als Quasiobjekt des Wertgefühles
behandeln. In der Tat verlangt die Wendung „ich lege Wert darauf,
daß 66
keine andere Interpretation als der Satz „ich lege Wert
auf X"; im einen Falle wie im anderen darf dabei das Seinsobjektiv
nächsthöherer Ordnung für subintelligiert gelten.
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Natürlich kann ein solches Quasiobjekt eventuell einmal auch statt
eines Soseinsobjektivs ein Seinsobjektiv sein: legt der Geizige Wert auf
seinen Schatz, so kann er einmal auch sagen, er lege Wert darauf, daß
der Schatz existiere, kürzer: er lege Wert auf das Dasein des Schatzes.
Durch solche Ausdrucksweise wird zum Wertobjekt, allerdings eigentlich
nur Quasiobjekt, gemacht, was sich zunächst als Wertobjektiv darstellt.
Dadurch erscheint die Verschiedenheit zwischen Wertobjektiv und Wert-
objekt einigermaßen verwischt; das ist schwerlich ein Vorteil, dürfte
aber die Natürlichkeit der hier vertretenen Betrachtungsweise verifizieren,
die es ermöglicht, Objektive im Bedarfsfalle als Objekte zu behandeln.
Nebenbei verdient angemerkt zu werden, daß ein Seinsobjektiv,
das selbst ein Objektiv zum Quasiobjekt hat, jedenfalls Bestandcharakter
aufweist, da das Quasiobjekt als Objektiv nicht existieren, sondern nur
bestehen kann. Wo also ein Wertgefühl kein eigentliches Objekt, sondern
nur ein Quasiobjekt hat, da ist dieses Gefühl jedesmal kein Existenz-,
sondern ein Bestandgefühl.[2]
$9. Die Werthaltungen.
Es ist sonach klar, daß sich die Voraussetzungen jedes Wertgefühles
in der Weise transformieren lassen, daß sie ein Seinsobjektiv und ein
seinem Sein nach bestimmtes Objekt oder Quasiobjekt aufweisen
1 Vgl. „Über Annahmen“ 2, § 9.
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