§ 5. Rückblick. Die Beziehungen zum Subjekte.
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erforderte Arbeit einigen Anschein für sich, als ob sie den Wert aus-
machen könnte. Aber diese müßte den Wert zu etwas Starrem, Unab-
änderlichem, Unpersönlichem machen; zudem gibt es vorhergehende
Opfer, die für den Wert irrelevant sind. Als nachfolgende Opfer kämen
in erster Linie diejenigen in Frage, die mit dem eventuellen Ersatze
zusammenhängen. Aber es gibt auch nachfolgende Opfer, die den Wert
nicht berühren, indes Seltenheit, respektive Ersetzbarkeit den Wert
niemals konstituiert sondern nur modifiziert.
Der hier durchgeführte Versuch, den Grundgedanken der Opfer-
werttheorie zu widerlegen, hat sich absichtlich fast durchaus auf dem
Gebiete der ökonomischen Tatsachen bewegt, auf dem diese Theorie
ausschließlich aktuell war und ist. In Betreff der außerökonomischen
Werttatsachen genügt wohl der kurze Hinweis, daß der besprochenen
Theorie hier auch nicht das Geringste von jenem Anschein zustatten
kommt, der dort vor näherer Erwägung für sie einnehmen mochte.
Welchen Sinn könnte es auch haben, etwa den Wert von Liebe, Freund-
schaft oder Ehre auf Mühe oder Kosten zu beziehen, durch die diese
Güter erworben oder im Verlustfalle wieder zu erwerben wären? Es
ist dies wohl einer der Fälle, an denen sich der Wert einer über das
speziell ökonomische Wertgebiet hinausreichenden Fragestellung, wie sie
der allgemeinen Werttheorie gemäß ist, besonders deutlich fühlbar macht,
indem sich ihr gegenüber eine Beantwortung fast von selbst verbietet,
die im spezielleren Gebiete des Ökonomischen ohne genauere Unter-
suchungen doch schwer abzulehnen gewesen wäre. [7]
§ 5. Rückblick. Die Beziehungen zum Subjekte.
Die drei Grundansichten über das Wesen des Wertes, die wir im
Voranstehenden einer genaueren Betrachtung mit gleich negativem Er-
gebnisse unterzogen haben, gehören nicht in der Weise einem systematisch
gegliederten Ganzen an, daß durch ihre Erledigung etwa ein Restgebiet
erübrigt würde, dem der Wert daraufhin nun um so sicherer zuzuweisen
wäre. Es wären mithin der Möglichkeit nach vielleicht noch die aller-
verschiedensten Gedanken übrig, die man zur Charakteristik des Wertes
zu Hilfe zu rufen versuchen könnte. Tatsächlich aber ist, soviel mir
bekannt, den drei besprochenen Versuchen kein vierter von annähernd
ähnlicher Scheinbarkeit an die Seite zu stellen. Statt also etwa bloßen
Möglichkeiten nachzugehen, empfiehlt es sich nunmehr, den Weg direkter
Untersuchung der Werttatbestände einzuschlagen, das heißt, diese auf
das sie als Wert kennzeichnende Moment direkt zu befragen.
Dabei verdient ein Gesichtspunkt ausdrücklich beachtet zu werden,
der zugleich noch einen Beitrag abgibt zu nachträglicher Kritik der drei
eben betrachteten Beantwortungsversuche, insbesondere des letzten der-
selben. Gesetzt, die Opfer gingen wirklich in der Weise mit den Werten
zusammen, wie es im Vorangehenden hat in Abrede gestellt werden
müssen, würde man sich daraufhin leicht entschließen, in den Opfern
wirklich das Wesen dessen zu sehen, was wir beim Worte Wert" in
dessen persönlicher Deutung im Auge haben? Wir würden an eine viel-
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