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I. Voruntersuchungen.
gewiesene Antinomie läßt erkennen, daß auch der negative Anteil, sofern
er bei der Ersetzbarkeit vom Betrage 0 selbst den Betrag 0 aufweist,
wie immer er zu verstehen sein mag, jedenfalls nicht auf die Opfer
zurückzuführen ist.
An letzter Stelle wäre nun noch des Momentes zu gedenken, das
unter den eingangs erwähnten Instanzen zugunsten der Opfertheorie für
besonders greifbar gelten mochte: ich meine den Preis, dessen Zusammen-
hang mit Mühe und Kosten so leicht darzutun ist. Aber dem liegt vor
allem eine Verwechslung zugrunde, die dem Denken des täglichen Lebens
zwar immer noch ganz gewöhnlich, der ökonomischen Theorie aber
längst als Verwechslung bekannt ist: Wert (wenigstens in dem für uns
maßgebenden Sinne des „persönlichen" Wertes) ist etwas anderes als
Preis. Hat eine Ware einen bestimmten Kaufpreis erzielt, das heißt, ist
das Kaufgeschäft wirklich abgeschlossen worden, so beweist das durch-
aus nicht, daß das Objekt des Geschäftes beiden Kontrahenten so viel
wert ist wie die als Kaufpreis vereinbarte Geldsumme, sondern ganz
im Gegenteil, daß dem Käufer die Ware, dem Verkäufer aber das Geld
das wertvollere ist. Keiner von beiden Teilen hätte unter normalen
Umständen den Kauf abgeschlossen, meinte er nicht, durch denselben
gewonnen zu haben. Der Gewinn mag manchmal unbeträchtlich sein;
um wie viel höher aber unter Umständen die Ware für den Konsumenten
im Werte stehen kann als die dem üblichen Marktpreis entsprechende
Geldsumme, das beweist zum Beispiel die Höhe, zu der die Lebens-
mittelpreise etwa in einer belagerten Stadt oder einem belagerten Land
ansteigen: niemals, auch nicht im Falle größter Not, zahlt man für ein
Brot so viel, daß dem Käufer das Geld mehr wert wäre, als das, was
er dafür zu erhalten erwartet. Nehmen wir nun aber selbst vorüber-
gehend an, Preis und Wert fielen zusammen, so ist der Zusammenhang
zwischen Preis und Opfern, soweit die Erfahrung ihn antrifft, durchaus
nicht nur unter Voraussetzung einer Opfertheorie und unter deren Vor-
aussetzung auch nicht wesentlich leichter verständlich als ohne diese.
Wer insbesondere für den Verkauf produziert, wird vorbedachter Weise
auf die Herstellung des Artikels nicht mehr aufwenden, als er herein-
zubringen hofft, und beim Verkaufe nicht weniger verlangen, als er
ausgelegt hat. Dennoch ist auch unter diesen besonderen Voraussetzungen
die Werttheorie der gebrachten Opfer, die der bevorstehenden kommt
ja hier außer Frage, noch einmal ad absurdum zu führen. Wären die
Kosten der Wert oder ein integrierender Bestandteil desselben, dann
wäre es einfach ausgeschlossen, daß je einmal jemand unter dem Selbst-
kostenpreise verkaufte. Daß dies nun tatsächlich vorkommt, zeigt neuer-
lich, wie man es im Werte doch mit etwas ganz anderem zu tun
haben muß.
Wollen wir die Ergebnisse der im Voranstehenden niedergelegten
Erwägungen zusammenfassen, so können wir nun einfach sagen: Die
Opferwerttheorie erweist sich als unzureichend, mögen wir die vorher-
gehenden oder die nachfolgenden Opfer in Betracht ziehen. Von den
vorhergehenden Opfern hat nur die zur Herstellung und Erhaltung
