§ 1. Vom Anwendungsgebiet des Wortes „Wert".
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seine Persönlichkeit zusammensetzt, so sind mir eventuell auch einzelne
dieser Eigenschaften und deren Träger wert, auch wenn diese nicht
meine Freunde sind: in dieser Weise schätzt man Mut, Entschlossen-
heit, Wohlwollen, künstlerische Begabung, Klugheit und vieles andere.
Daß auch hier von Wirtschaft nicht wohl die Rede sein kann, ist im
allgemeinen selbstverständlich; im einzelnen kann es zweifelhaft
werden, insofern eine Verbindung mit wirtschaftlicher Tätigkeit sich
sozusagen per accidens einstellen kann. Ein Andenken kann durch
Kauf zu erwerben sein; eine Fähigkeit, die der Anerziehung oder Aus-
bildung bedarf, kann man zu erwerben oder jemandem zu eigen zu
machen streben und dafür Geldopfer bringen. Nicht einmal die Ver-
gangenheitswerte sind vor jeder Art Einbeziehung ins Gebiet des Öko-
nomischen sicher: man scheut die großen Kosten einer weiten Reise
nicht, weil man davon eine Erinnerung fürs Leben“ zurückzube-
halten hofft und dergleichen. Aber fließende Übergänge können doch
nur für oberflächliche Betrachtungsweise die Verschiedenheit dessen
verdunkeln, zwischen dem sie bestehen, und so setzen denn Tatsachen,
wie die oben festgestellten außer Zweifel, daß es neben ökonomischen
Werten unserer Gruppe auch außerökonomische gibt. Zur Charakteristik
der Gruppe wird also etwas anderes als der Hinweis auf die wirt-
schaftliche Tätigkeit verwendet werden müssen.
»
Man findet das Gesuchte in dem Umstande, daß die Werte unserer
Gruppe eine eigenartige Beziehung zwar nicht obligatorisch zu einem
wirtschaftenden Subjekt, aber doch jedenfalls zu einem Subjekt auf-
weisen, der gemäß sich jeder solche Wert als ein Wert für irgend
jemanden darstellt. Schon für den Wert des Geldes, noch deutlicher
aber für den eines Andenkens ist es doch ganz wesentlich, daß jemand
da ist, für den das betreffende Objekt Wert hat. In diesem Sinne hat
ja auch, wie berührt, schon die ältere Nationalökonomie dem objektiven
Werte den subjektiven gegenüber gestellt. Für die allgemeine Wert-
theorie, die als philosophische Disziplin auf die Fühlung mit den philo-
sophischen Schwesterdisziplinen in besonderem Maße angewiesen ist,
wird es sich indes empfehlen, die gegensätzlichen Termini „subjektiv"
und „objektiv“
1
respektive unsubjektiv" in ihrer viel weiteren,
allgemeineren, höchstens durch erkenntnistheoretische Intentionen deter-
minierten Bedeutung zu belassen, dafür aber, einer ebenfalls von national-
ökonomischer Seite ergangenen Anregung Folge gebend, 2 die Werte
unserer Gruppe als persönliche Werte zu benennen.³
Den so unter dem Namen des persönlichen Wertes einigermaßen
festgelegten Tatbeständen tritt vermöge natürlicher Gegensätzlichkeit
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1 Vgl. „Über Möglichkeit und Wahrscheinlichkeit", S. 32, aber auch
C. Stumpfs immerhin etwas enge Bestimmung in ,,Zur Einteilung der Wissen-
schaften" (Abhandl. d. preuß. Akad. d. Wiss. vom Jahre 1906), Berlin, 1907, S. 9.
2 Vgl. meinen Hinweis auf F. v. Wieser im Bologneser Kongreßvortrage
,,Für die Psychologie und gegen den Psychologismus in der allgemeinen Wert-
theorie", Logos, Bd. III, 1912, S. 2.
3 Zu ähnlicher Ausdrucksweise scheint gelegentlich auch H. Rickert zu
tendieren, vgl.,,Vom Begriff der Philosophie", Logos, Bd. I, 1910, S. 16.
nim - icmor
Values.
