Vorwort.
Schon zu Lebzeiten meines Mannes war geplant, einen dritten Band
seiner gesammelten Abhandlungen herauszugeben, der seine früheren
Arbeiten werttheoretischen und ethischen Inhaltes und außerdem eine
neue Arbeit „Zur Grundlegung der allgemeinen Werttheorie" enthalten
sollte. An der Fertigstellung dieser Grundlegung arbeitete er bis wenige
Wochen vor seinem Tode; das hinterlassene Manuskript war vollkommen
durchgearbeitet und fast druckfertig.
Freunde taten sich zusammen, um im Kreise derer, die Meinongs
philosophische Lebensarbeit hochschätzen, Geldmittel zur Herausgabe
des dritten Bandes der Abhandlungen zu sammeln. In unerwartet reichem
Maße flossen diese ein und schon schien mein sehnlichster Wunsch,
das Erscheinen dieses Werkes, der Erfüllung sicher zu sein, als plötzlich
eine ganz unerwartete Steigerung der Druckkosten einsetzte und die
Verwirklichung dieses Planes in weite Ferne rückte.
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​So blieb mir nichts anderes übrig, als die vorhandenen Geldmittel
ausschließlich zur Drucklegung der „Allgemeinen Werttheorie“ zu ver-
wenden; der Verlagsbuchhandlung Leuschner und Lubensky bin ich für
ihr Entgegenkommen zu besonderem Danke verpflichtet.
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Schmerzlich bleibt es mir, daß es nicht möglich war, Meinongs Ab-
handlung über emotionale Präsentation, die er selbst für seine bedeutsamste
Arbeit hielt und auf die er sich häufig in der Grundlegung" beruft, zum
Wiederabdruck zu bringen und der Benutzung zugänglicher zu machen.
Als besonderes Glück betrachte ich es, daß Prof. E. Mally, ein getreuer
Schüler meines Mannes, in selbstloser Weise sich der großen Mühe der
Drucklegung des Werkes unterzogen hat und beim Lesen der Korrekturen
von unseren Freunden Hofrat E. Martinak und Fräulein Auguste Fischer
unterstützt wurde. Ihnen allen danke ich von ganzem Herzen.
Zum Schluß ist es mir ein besonderes Bedürfnis, den Freunden,
die durch Beiträge die Drucklegung dieses Buches ermöglicht haben,
meinen tiefgefühlten Dank auszusprechen.
Graz, im Februar 1923.
Doris Meinong.
