Vorwort.
Was diese Arbeit bieten will, sind Grundlagen der Logik, nicht
die Grundlagen in ihrer Vollständigkeit. Der erste Teil behandelt die
grundlegenden Beziehungen und Verknüpfungen der Gegenstände.¹)
Unter ihnen sind zuerst die logischen in kurzer Darstellung entwickelt
worden, wobei es in erster Linie darauf ankam, zu zeigen, daß und
wie die Logik auf den gegenstandstheoretischen Begriff des Objektivs
sich aufbauen läßt, das heißt sich in der Tat darauf aufbaut, indem
Aussagen- und Klassenkalkül, durch das Grundgesetz der „Reziprozität“
verbunden, sich auf Gesetze (d. h. Objektive) über Objektive gründen.
In dem betrachteten Systeme von Beziehungen und Verknüpfungen
bilden die logischen jedoch nur ein Teilgebiet. Die Untersuchung geht
insbesondere noch auf die Vergleichungsrelationen und auf die für die
Wahrscheinlichkeit maßgebenden Beziehungen näher ein und gelangt zu
einer Entwicklung der Grundlagen der Wahrscheinlichkeitslehre. - In
die Darstellung sind gelegentlich Sätze und erläuternde Bemerkungen
aus der Theorie des Erfassens eingeschaltet (die in die Zählung der
Definitionen und Sätze nicht mit einbezogen sind); von ihnen ist in
der Entwicklung der gegenständlichen (zugleich logistischen) Theorie
kein Gebrauch gemacht worden.
Im zweiten Teile werden, im Abschnitt V, die gegenstandstheoreti-
schen Grundlagen der Logik, mit besonderer Berücksichtigung der
symbolischen Logik, eingehender untersucht, die im ersten nicht wohl
ausführlicher dargelegt werden konnten, ohne den Gang der auf die
Anwendungen zustrebenden Darstellung aufzuhalten und unübersichtlich
zu machen. Für Leser, denen die Beschäftigung mit einem symbolischen
Kalkül nicht erwünscht ist, sei bemerkt, daß diese Untersuchungen des
zweiten (nichtsymbolischen) Teiles in allen Hauptsachen auch verständ-
lich sind, wenn man vom ersten Teile nur etwa Folgendes berücksichtigt
hat: § 1-7, die Definitionen und Sätze 10, 14, 18-21 (wobei oft auch
das im Text, mit Worten Ausgeführte genügen wird), § 9, die Defini-
tionen und Sätze 32, 40 (mit Bemerkung"), 73, 74. - Der VI. Ab-
schnitt bringt einige Nachträge zu den „Anwendungen“.
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Der wiederholt vorkommende Hinweis auf die noch ungedruckten
Elemente der Gegenstandstheorie "") soll dem Anteile R. Ameseders
an den betreffenden Aufstellungen Rechnung tragen.
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Graz, am 11. Oktober 1912.
Ernst Mally.
1) Er ist, bis auf einige, allerdings nicht unwesentliche Ergänzungen und Ver-
besserungen, die nachträglich hinzugekommen sind, unter dem angeführten Titel im
X. Jahresberichte des II. Staatsgymnasiums in Graz (1912) erschienen.
2) Die von Dr. R. Ameseder und mir (1905-1907) in ihren Grundzügen fest-
gelegt aber nicht abgeschlossen worden sind.
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(RECAP)
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