§ 1. Vom Anwendungsgebiet des Wortes,,Wert". 11 zuzeichnen. Und dem kommt wohl noch in besonderem Maße zustatten, daß der eben als einziger sozusagen gefährlicher Konkurrent in Frage kommende „objektive" Wert, doch wohl nur äußerlich, nicht aber inner- lich von diesem „persönlichen" Werte unabhängig konzipiert sein wird. Es wurde schon berührt, daß man dem Ofen nicht wohl einen „Rauch- wert zuschreibt, weil eben das Rauchen selbst keinen Wert, jetzt das Wort im Sinne des persönlichen Wertes verstanden, hat. Ebenso würde man schwerlich von Tauschwert reden, wenn das Tauschen nicht unter Umständen eine wertvolle Sache, für irgend jemanden natürlich, also im Sinne persönlichen Wertes, wäre. Der Tausch aber hat Wert, weil das zu Tauschende Wert hat. Und sollte, wie es beim Preise irrtüm- lich leicht geglaubt werden könnte, der Schein einer gewissen Unper- sönlichkeit dadurch eintreten, daß dabei nicht auf eine einzelne „Per- son", sondern auf irgend eine kleinere oder größere Menge von Personen unterschiedlos Bezug zu nehmen wäre, so wäre es doch immer noch die Ausgestaltung des Fähigkeitsgedankens zum Wertgedanken im Sinne der vierten unserer Bedeutungen, mit der man es da zu tun hätte. Versteht man in der Tat das Wort Wert" so, so dürfte also im be- sonderen auch die Nationalökonomie als Lehre vom wirtschaftlichen Werte in Wahrheit schwerlich mit zwei koordinierten Wertbegriffen, sondern zunächst mit dem persönlichen Werte und außerdem mit einem eigentümlichen Derivat dieses Wertes zu tun haben. Natürlich gehört es aber auch dann ganz und gar vor das interne Forum dieser Wissen- schaft, ob und warum sie etwa für ihre Zwecke den sozusagen eigent- lichen Wert und dessen Derivat auf gleichem Fuße behandelt. Daß der so immer deutlicher zur Geltung kommenden Vorzugs- stellung unserer vierten Gruppe etwa die fünfte oder sechste erheb- lichen Abbruch sollte tun können, wird unbeschadet des Vielen, was bei Einführung dieser Gruppen noch hat ungeklärt gelassen werden müssen, kaum erwartet werden. Dagegen wird man der zweiten Gruppe, die wir oben vorläufig als die der Würdigkeiten bezeichnet haben, eine sehr enge und natürliche Beziehung zu dem, was man unter dem Namen des Wertes als Bedeutung dieses Namens ins Auge zu fassen pflegt, nicht wohl absprechen können. Nicht als ob diese „Verdientheit", auf die wir oben bereits geführt wurden, etwa selbst der Wert wäre; eher könnte man in ihr eine Bestimmung vermuten, die sich nur dort anbringen läßt, wo Wert vorliegt. Andererseits hat man, was oben gele- gentlich schon berührt wurde, auch gar nicht den Eindruck, als ob, was das Wesentliche der zweiten Gruppe ausmachen mag, mit dem, was den persönlichen Wert charakterisiert, unvereinbar sein müßte, da es vielmehr einen ganz guten Sinn zu haben scheint, von einem Ob- jekte zu behaupten oder zu bestreiten, daß es verdiene, für ein Objekt persönlichen Wertes zu gelten.[5] So ist es in der Tat nichts weniger als ausgemacht, daß bei der vorzunehmenden Wesensbestimmung des 1 Vgl. F. v. Wieser, „Über d. Urspr. u. d. Hauptges, d. wirtschaftl. Wer- tes" S. 18 f.