21 • 2. Wenn für den Fall des Zutreffens von A kurz: durch A eine Untatsache gefordert ist, so ist durch A jeder beliebige Sachverhalt gefordert. Auch dieser Satz gehört zu den be- fremdlichen Folgerungen. Aus Grundsatz II (Grundsatz der Vereinigung) Wenn durch den Sachverhalt M ein Sachverhalt A gefordert ist, und durch M ein Sachverhalt B gefordert ist, so ist durch M das Zu- sammenbestehen von A und B gefordert (wovon sich übrigens auch die Umkehrung erweisen läßt) ergibt sich mit Verwendung von I:. 4. Wenn durch den Sachverhalt M der Sachverhalt A gefordert ist und durch den Sachverhalt N der Sachverhalt B gefordert ist, so ist durch das Zusammenbestehen von M und N`das Zusammen- bestehen von A und B gefordert. Der Satz gestattet das Zu- sammensetzen oder Vereinigen von Forderungen in einem allgemeineren Sinne als der Grundsatz II. Ihm zufolge wird ein System von Verfügungen, die an verschiedene Voraussetzungen verschiedene Forderungen knüpfen, immer auch auf den Fall des Zusammentreffens der Voraussetzungen Rücksicht nehmen und für diesen Fall mit dem Zusammenbestehen der Forderungen rechnen müssen. - 1 (Aus § 5.) Der Grundsatz III (Grundsatz der Aussonderung) lautete: Daß der Sachverhalt A den Sachverhalt B fordert, ist gleich- bedeutend damit, daß die Implikation, wenn A, so ist B" gefordert ist. Er stellt fest, daß die bedingte Forderung wenn A ist, so soll B sein" äquivalent ist der unbedingten „es soll gelten: wenn A ist, so ist B". Er läßt aber die Frage, ob irgend welche Forderungen tatsächlich bestehen, noch außer Betracht. 99 5. Der Sinn einer unbedingten Forderung „P soll sein" - sie mag übrigens bestehen, zu Recht bestehen, oder nicht ist der- selbe wie der einer Forderung, die sich an jeden beliebigen Sach- verhalt knüpft, die unter allen Umständen" das P fordert; daß P sein soll heißt soviel wie durch jeden beliebigen Sachverhalt M ist P gefordert". " "9 Daraus und aus I ergibt sich: 6. Wenn P (unbedingt) sein soll, so soll jedes Implikat von P sein; dann, mit Verwendung von III (durch eine etwas längere Deduktion): - – " . "9 8. Wenn A fordert B und B fordert C, so gilt A fordert C. Das Fordern erstreckt oder überträgt sich also nicht nur auf die Implikate des Geforderten, sondern, wie dieser Satz feststellt, auch auf seine Postulate, d. h. auf das, was im Falle des Zutreffens des geforderten Sachverhaltes oder, wie wir sagen, durch diesen Sach- verhalt" gefordert ist. Der Satz 9 spricht diese Tatsache auch für die Postulate eines unbedingt geforderten Sachverhaltes P aus. - 22