8 so zu ergänzen, daß er nun die geforderte Bestimmung auch vertat- sächlicht. Der Wollende, der nicht erfolglos will, ist mit seinem Ver- halten selbst mitkonstituierend für den Fall, den er meint und in dem die gewollte Bestimmung sich erfüllt. Dabei ist es gleich- gültig, ob der psychische Akt des Wollens selbst oder etwas anderes, dessen erlebnismäßiger Ausdruck er ist, die Rolle der Teilursache spielt, in der dieses Mitbestimmen sich verwirklicht. 2. Allgemein-gegenstandstheoretische Voraussetzungen. Wer die Wesensgesetze des Denkens oder die des Wollens unter- sucht, wird den Begriff der Folgerichtigkeit nicht entbehren können. Dieser aber setzt worauf freilich nicht geachtet zu werden pflegt eine bestimmte Beziehung, rein gegenständlicher Art, zwischen Sach- verhalten voraus: die Beziehung der Implikation.¹ Sind A, B Sachverhalte große lateinische Buchstaben sollen in unserer Sym- bolik immer Sachverhalte bezeichnen und besteht die Beziehung „wenn A (besteht), so B", so sagen wir „A impliziert B“ und schreiben dafür -- - - 99 A ǝ B. ,, " " wenn Peter heute kommt, wird " " Dabei ist das wenn so" in seinem weitesten, anspruchs- losesten Sinne verstanden. Wenn A, so B" soll nicht mehr sagen, als „es ist nicht A ohne B", daß A besteht und B nicht besteht, gibt es nicht", sei es, daß A ohne B nicht möglich ist, oder daß A ohne B einfach tatsächlich nicht besteht. Eine Implikation kann rational oder a priori erkennbar sein, wie die Beziehung „wenn 864 durch 9 teilbar ist, so ist 864 durch 3 teilbar“, sie kann aber auch nur empirisch feststellbar sein, wie er um 5 Uhr bei mir sein“ oder wenn ein Leiter von einem elek- trischen Strome durchflossen wird, so wird im Leiter Wärme erzeugt“. Aus dem ersten Beispiel erhält man weitere Beispiele von Impli- kationen und zwar von rational erkennbaren wenn man 864 beidemal durch x oder durch eine Zahl" ersetzt; dann hat man statt einer Implikation zwischen bestimmten, eine zwischen unbe- stimmten Sachverhalten. Ein richtiges Beispiel ist aber auch: wenn 17 durch 9 teilbar, so ist 17 durch 3 teilbar", das bedeutet ja, wie wir sagten, nichts anderes als: „daß 17 durch 9 teilbar und durch 3 nicht teilbar ist, das besteht nicht, ist Untatsache", und das ist wahr. Von ähnlichen Implikationsfällen macht unser Denken sogar " 99 ―――― ― 1 Was die moderne exakte Logik unter diesem Namen behandelt, ist allerdings den Worten nach eine Beziehung zwischen Propositionen oder Propositionalfunktionen, also wohl zwischen Urteilen oder Annahmen; aber sehr oft wird dahinter eigentlich die Beziehung zwischen Sachverhalten ge- meint sein, die jener ihre gegenständliche Bedeutung erteilt. Diese ist hier zu betrachten. Eine Stelle, wo „Gegenstandslogik“ und „Denklogik" reinlich zu sondern wären.