Kapitel III. Approximative Kreisteilung. 299 Von dieser Art sind noch einige Konstruktionen Marpurgs (1. c.), beruhend auf 811 = 1/3 1 (cos 2π 11 5 - und S√3-1, 6 und zwei weniger einfache Konstruktionen des 9- und des 11-Ecks. Ferner die Konstruktionen Mascheronis¹) der Sehnen zu 1º, 1' u. dgl. Von größerem Interesse sind diejenigen Approximationen, die, wie die bei Heron 2) S 6 n und die von Leonardo da Vinci ³) S= n für unbestimmte n gelten. Setzt man π COS 37x. 2 zufolge ist 1 n = n 6 x, so erhält man Approximationen von z. B. Die älteste solche Näherungsformel hat Bhâskara¹); der- 4d. B(P-B) S 5 P2 - B(P-B) 4 worin s die Sehne, d den Durchmesser, B den Bogen, P die Peripherie bedeuten. Diese merkwürdige Formel, deren Entstehung für rätsel- haft gilt, nimmt sofort eine sehr ansprechende Gestalt an, wenn man in ihr π P = 2x, B = x (1 + x), s = 2 sin ½ (1 + x) setzt, nämlich: π - 2 cos 2 x, d 2 1 x² COS ===F 1+ x2 4 Diese Formel ist genau richtig für x = 0, ±1, ± 2 Man kann 3 Π 2 überhaupt nach approximativen Darstellungen von cos x durch eine linear gebrochene Funktion von x fragen. Verlangt man, was naturgemäß ist, daß sie an den Stellen x 0,1 genau richtig sein soll, so hat sie immer die Form: = π COS X = 1-x² 1+nx²) 1) 1. c. art. 232 ff. 2) Liber geeponicus, ed. Hultsch, Berlin 1864, p. 225. 3) Le manuscrit A de la bibliothèque de l'institut, publié par Ch. Ra- vaisson-Mollien, Paris 1881; M. Cantor, Leonardo da Vinci, Wester- manns Monatshefte 1878, p. 369 ff.; P. Tannery, Bull. d. sc. math. et astr. (2) X, p. 13 ff.; Venturi, Essai sur les ouvrages physico-mathématiques de Leonardo da Vinci, Paris 1797. 4) Siddhânta - Ciromâni ed. Wilkinson, p. 263/268; Lilavâtî ed. Cole- brooke, 94 § 213.