Kapitel I. Wurzeln. 287 sagt, keine vor. Um so interessanter ist ein auf ganz andrer Grund- lage ruhendes Verfahren zur Kubikwurzelziehung, das Heron angibt. Gebrochene Interpolation bei Heron und Gauss. Heron¹) hat ein besonderes Verfahren zur approximativen Kubik- wurzelziehung. Er erläutert die allgemeine Regel an dem Beispiel 100. Seine Rechnungsvorschrift lautet in der Übersetzung von H. Schöne wie folgt: „Nimm die 100 nächstkommende Kubikzahl, sowohl die nächstgrößere als die nächstkleinere. Es sind 125 und 64. 100- 25 125 100 - 36 5 × [4 × 25 180 + 100 = = = 64 36 180 * 100] - 280 180 9 280 14 4 + 14 So groß wird annähernd 100 sein." = - 49/14 3 Die eingeklammerte Gleichung habe ich hinzugefügt; ohne sie ist das ganze Verfahren unverständlich. Aus diesem Rechnenschema abstrahiert man die Regel: „Hat man bereits a>> b gefunden, so ist zwar ein genauerer Wert von V derjenige, welcher das Intervall ab im Verhältnis der ‚Fehler a³x: x-b³ teilt (Interpolation nach Proportionalteilen oder regula falsi); aber noch genauer ist es das Teilungsverhältnis im Verhältnis von b: a zu verkleinern." Da- mit ist zugleich der empirische Weg angedeutet, auf dem Heron vielleicht diese Regel erhalten hat. Er ist damit zu einer merk- würdig guten, außerdem der Verallgemeinerung fähigen Näherungs- methode gelangt Um das zu zeigen, sei f(x) eine reelle, im Intervall , stetige Funktion. Es soll der Wert f(x) für x < x < x₁ aus den bekannten Werten f(x), f(x,) näherungsweise ermittelt werden. Die regula falsi ergibt: also: ---- -- f(x,) − f(x) : f(x) − f(x。) = x₁ — x : X - - f(x) = x = x, f(x0) + Xo-x1 x xo f(x₁); Xo-x1 - X 0 . das ist der einfachste Fall von Lagranges Interpolationsformel (s. 1) Metrica (ed. H. Schöne, Leipzig 1903), p. 178, 179.