Kapitel II. Approximierung durch Mittelbildung. 195 C das geometrische Mittel aus A und B ist; das findet bei Ellipsen- sektoren, das Umgekehrte bei Hyperbelsektoren statt, so daß für diesen Fall die Zeichen und zu vertauschen sind. . -- Die Herleitung dieser Formeln verheimlicht er ausdrücklich. Er versichert, daß er solche Näherungsformeln auch bei beliebigen kon- vergenten Reihen aufstellen könne. Nach der obigen Bemerkung kann man in allen diesen Formeln, statt der arithmetischen Mittel auch die harmonischen oder die geo- metrischen nehmen. Christian Huygens (1629-1695).¹) Die Formeln des Nikolaus von Cusa, Snellius und Orontius Finäus wurden erst von Huygens in seiner Schrift: ,,De circuli magni- tudine inventa" berichtigt und streng bewiesen, auch fügt Huygens noch einige weitere Formeln hinzu. Zum Beweis der Snelliusschen Formel beweist Huygens zunächst den folgenden Hilfssatz: „Beschreibt man einem Kreissegment das gleichschenklige Dreieck ABC ein und den durch die beiden Sehnen AB und BC abgeschnittenen Segmenten in derselben Weise zwei gleichschenklige Dreiecke: AEB und BFC, so ist der Inhalt des ersten Dreiecks kleiner als das Vierfache der Summe der beiden andern Dreiecke." Zunächst ist: also: EA = EB> — AB, AB <4BE2, oder da AB2-2BD und BE-2BG B G ist: BD<4BG. Ferner ist: = EF AB - BC, also: Folglich : oder: 2EFAB+ BC > AC. ΔΑΒΟ < 8ΔΕΒΕ, ΔΑΒΟ < 4(ΔΑΕΒ + ΔΒΕΟ). D (1) Aus diesem Satze zieht jetzt Huygens folgenden Schluß: Denkt 1) De circuli magnitudine inventa, Lugd. Bat. 1654. S. ferner die Kor- respondenz (spez. Nr. 181-192) von Huygens mit F. van Schooten, Grégoire de St. Vincent u. a. Oeuvres (La Haye 1888/90) I. 13*