Kapitel II. Approximierung durch Mittelbildung. 189 Übrigens ist diese Formel ziemlich genau. Sie gibt z. B.: 36°50' 22°37' statt 36°52', statt 22°37′11″, 16°15′36″ statt 16° 15′36″.¹) Willebord Snellius (1580-1626).²) Nimmt man in der Winkeldreiteilungsfigur (von S. 82) statt des Trisektionspunktes P, für den PQ-1 ist, den approximativen Trisektions- punkt P, für den PR-1 ist, so liefert die Figur die Proportion: ST: sin x 3: (2+ cos x), - d. h. nach der obigen Formel, es ist P Ꭱ OU S ST÷x, so daß der approximative Trisektionspunkt zugleich ein approximativer Rektifikationspunkt ist. Um die Formel in der Snelliusschen Form zu beweisen, wäre also: STX nachzuweisen. Der Beweis, den Snellius hierfür gibt, ist, wie gesagt, nicht einwandfrei; aber die Richtigkeit vorausgesetzt, leitet Snellius aus derselben Figur eine zweite Näherungsgleichung her. Zieht man nämlich die Parallele UOV zu PQT, so zerfällt ST in zwei Teile, von denen VT = QU÷ 2 sin, SV = tg x 3 ist. Folglich ergibt sich: X x = 2 sin+tg, oder wenn man 3x statt x setzt ³): T T P -R -S 2 sin x + tg x 3 (2) 1) C. H. Gietermaker (t' Vergulde Licht der Zeevart, Amsterd. 1693) schreibt die Formel für den praktischen Gebrauch x (in Graden) = 171%, sin x 2+ cos x s. Kästner, Geom. Abh. I (Gött. 1790), p. 166. Albert Girard (Tables des sinus usw., Haag 1626, 12° Bogen K, Blatt 8) soll eine ähnliche genauere Formel haben. Über die praktische Brauchbarkeit der Formel s. Schlömilch, Schlöm. Ztschr. 2 (1857), p. 330. 2) Cyclometricus, Lugd. Bat. 1621. 3) Über die Genauigkeit dieser Formel s. Lambert, Beiträge II, p. 311.