Kapitel I. Projektive kubische Konstruktionen. 73 Der Würfelvervielfachung entspricht die Annahme von vier reellen Punkten I, J, K, N, der Winkeldreiteilung die Annahme, daß I, J konjugiert imaginäre Punkte sind. Natürlich folgen die Lösungen dieser Aufgaben aus der oben gegebenen Lösung einer allgemeinen biquadratischen Gleichung. Aber es gibt Lösungen, die diesen Auf- gaben besonders angepaßt sind. Wir werden später bei den metrischen kubischen Aufgaben solche Lösungen dieser Aufgaben angeben, welche fast unmittelbar projektiv zu verallgemeinern sind und dadurch die Lösungen der obigen zwei Aufgaben ergeben. Mit Rücksicht auf S. 49 läßt die Auf- gabe sich als projektive Bogendreiteilung auffassen: der Kegelschnittbogen KN soll triseziert werden in bezug auf [IJ], heißt: es sollen die Punkte L, M so konstruiert werden, daß die Tangente in L durch ([KM][IJ]), die Tangente in M durch ([LN][IJ]) geht, oder was dasselbe ist, daß ([OL][KM]) der vierte harmonische zu K, M, P, und daß ([OM][LN]) der vierte harmonische zu L, N, Q ist. Zu beweisen: Die projektiven kubischen Aufgaben sind lösbar, wenn ein Kegelschnitt gezeichnet vorliegt und außerdem solche Kegel- schnitte gezeichnet werden können, welche einen bestimmten Kegel- schnitt doppelt berühren. Ebenso: Wenn nur Kegelschnitte verwendet werden dürfen, deren jeder einem gegebenen Büschel angehört. Die drei Doppelpunkte einer ebenen Projektivität zu bestimmen, die durch hinreichend viele einander entsprechende Punkte und Ge- raden gegeben ist. Punkte und Tangenten des Kernkegelschnitts einer ebenen Rezi- prozität zu konstruieren, die durch hinreichend viele einander ent- sprechende Punkte und Geraden gegeben ist. Die vier Grundpunkte einer Polarität in bezug auf ein Kegel- schnittbüschel (Steinersche Verwandtschaft) zu konstruieren, die durch hinreichend viele einander entsprechende Punkte gegeben ist. Die vier Grundgeraden einer Polarität in bezug auf eine Kegel- schnittschar zu konstruieren, die durch hinreichend viele einander entsprechende Geraden gegeben ist. Eine bi-quadratische Projektivität zwischen den Punkten P(x) und P'(x) einer Geraden wird durch eine in x sowohl wie in x' quadratische Gleichung definiert. Die Doppelpunkte P = P' (x = x′)