Kapitel III. Metrische lineare Konstruktionen. 41 zirkularen Involution durch die Kreispunkte gehen, so kann man die Brennpunkte auch als die Schnittpunkte der von den Kreispunkten an den Kegelschnitt gelegten Tangenten definieren. ¹) Also gibt es deren vier. Und da die Geraden, als deren Schnitte sie erklärt sind, paarweis konjugiert imaginär sind, so sind jedenfalls zwei, also auch nur zwei reell. Da ferner jeder Brennpunkt an jeder Achse ge- spiegelt, aus Symmetriegründen wieder einen Brennpunkt ergibt, so müssen von den vier Brennpunkten die zwei reellen auf der einen Achse, also auf Grund von Poncelets Kontinuitätsprinzip und ebenfalls aus Symmetriegründen die zwei imaginären auf der anderen Achse liegen.) Die erste heißt ,,Hauptachse", die zweite ,,Nebenachse"; die Sehnen auf ihnen „Hauptdurchmesser", „Nebendurchmesser", deren Endpunkte „Hauptscheitel", „Nebenscheitel". Bei der Parabel liegt nur ein, also reeller Brennpunkt im Endlichen, auf der Achse. Die Polaren der Brennpunkte heißen „Leitlinien". Aufgaben: Konstruktion der Achse, des Brennpunkts, des Scheitels einer durch vier Tangenten (od. dgl.) gegebenen Parabel. Zunächst liefert der Brianchonsche Satz die Achsenrichtung, dann ergibt eine durch einen Punkt der Parabel zur Achse senkrechte Sehne als Mittel- lot die Achse, und deren Schnitt den Scheitel, dann eine zu einer gegebenen Tangente senkrechte Tangente einen Punkt der Leitlinie usw. Konstruktion von Punkten, der Achsen, des anderen Brennpunktes, eines Kegelschnitts, wenn ein Brennpunkt und drei Tangenten (oder dgl.) gegeben sind. 1) Diese Eigenschaft der schon Apollonius (lib. III, prop. 45 ff., ed. Halley, p. 205 ff.) und Pappus (1. c. II, p. 1005 ff.) bekannten Brennpunkte fand De la Hire (1. c. p. 189) und erkannte Poncelet in ihrer fundamentalen Bedeutung (Gerg. Ann. VIII(1817/18), p. 1 ff., 68 ff., Applic. d'anal. II, p. 455 ff.). 2) Poncelet 1. c.; siehe auch Bret, Gerg. Ann. VIII (1817/18), p. 317 ff.