Kapitel I. Projektive lineare Konstruktionen. 17 einer Geraden liegen) eindeutig bestimmt ist und sich zwei Kegel- schnitte in höchstens vier Punkten schneiden können. Sind die Punkte 1, 2, 3, 4, 5 und die Gerade [05], aber nicht der Punkt 0 gegeben, so erhält man den Punkt O des Kegelschnitts aus: 0 = ([([([12],[45]), ([23], [05])], [34])1][05]). Ebenso kann man die Tangente in einem der fünf Punkte kon- struieren. Läßt man nämlich den Punkt 0 in den Punkt 5 rücken, so geht die Sekante [05] in die Tangente des Punktes 5 über. In dem Fünfeck 12345 muß der Schnittpunkt der Tangente in 5 und der dem Berührungspunkte 5 gegenüberliegen- den Seite [23] mit den Schnittpunkten der Gegenseiten [51], [34] und [12], [45] auf einer Geraden liegen. Daraus ergibt sich die Konstruktion der Tangente im Punkte 5: [([([12], [45]), ([34], [15])], [23]), 5]. 5,0 Weitere Sätze ergeben sich durch Verkümmerung von zwei oder drei Seiten. Die Koeffizienten, einer Tangente genügen der Gleichung ¹): ميد a fe ૐ fb d η 0, die entwickelt gebe: e d с 1 ξη 1 0 cty to +20+2 +25%n=0, die Gleichung des Kegelschnitts als Enveloppe von Geraden ist also ebenfalls vom zweiten Grade: der Kegelschnitt ist eine Kurve zweiter Klasse, durch jeden Punkt gehen zwei Tangenten an ihn. Der zum Pascalschen duale Brianchonsche Satz lautet): Die drei Hauptdiagonalen eines dem Kegelschnitt umbeschriebenen Sechsecks gehen durch einen Punkt. Dieser Satz gestattet die Konstruktion einer sechsten zu fünf ge- gebenen Tangenten oder des Berührungspunktes auf einer von fünf gegebenen Tangenten: Sind nämlich 1, 2, 3, 4, 5 die gegebenen Tan- 1) S. z. B. R. Baltzer, Analytische Geometrie (Leipzig 1882), p. 219. 2) Brianchon, J. de l'Éc. polyt. Cah. 13 (1806), p. 301; Corr. de l'éc. pol. (1806, 1807). Der eleganteste analytische Beweis folgt aus einem allgemeineren Satz von Plücker, Analyt. geom. Entwick. I, Art. 385. Vahlen: Konstruktionen u. Approximationen. 2