Entropie 109 Hier ist R eine ganz bestimmte Konstante (die allgemeine Gas- konstante), außerdem kommt in der Definition von S noch eine andere, additive Konstante (const) vor. Diese bewirkt für die Größe S eine Analogie zur Energie, welche ebenfalls bis auf eine additive Konstante definiert war (vgl. § 17). Die Analogie geht noch weiter. Es bleibt nämlich die Größe S in gewissen Fällen, z. B. bei adiabatischen Vorgängen zeitlich konstant, sie ist z. B. im Anfangszustand dieselbe wie im Endzustand. Allge- mein wird gezeigt, daß in sogenannten reversiblen Vorgängen idealer Gase die Größe S konstant bleibt. Aber damit hört die Analogie zur Energie auf. Denn bei allen irreversiblen Vorgängen ist S inkonstant, und zwar im Endzustand größer als im An- fangszustand, so daß für S die charakteristische Eigenschaft herauskommt, dauernd nur zu wachsen, niemals abzuneh- men und nur im Grenzfall des reversiblen Vorgangs konstant zu bleiben. Diese Eigenschaft der Entropie ist, in anderen Worten ausgedrückt, der Inhalt des sogenannten zweiten Hauptsatzes der Wärmelehre, worauf hier nicht näher einge- gangen werden möge. Die zunächst für ideale Gase und deren thermodynamische Ei- genschaften aufgestellte Definition der Entropiegröße S läßt sich für beliebige Gase und für beliebige, feste oder flüssige Körper verallgemeinern. Dies geschieht derart, daß man nicht immer, wie in obiger Gleichung, die Funktion S in Abhängigkeit von den an- deren Parametern des Prozesses hinschreiben kann, daß man aber immer eine Größe S definieren kann: (2) 2 s=jav+p.av, I die im Anschluß an Clausius¹ die Entropie des Körpers im Zu- stand 2, bezogen auf den Zustand I als Nullzustand, genannt wird. So ist also die Maßzahl S der Entropie definiert durch ein Integral über eine Funktion des Differentials der Maßzahl der 1 Clausius, Mechanische Wärmetheorie, Braunschweig 1876. Gehrcke, Physik und Erkenntnistheorie 8