Energie. Skalare und Vektoren ΙΟΙ der Parameter mit der Eigenschaft der Konstanz zu finden sein. Wenn aber eine Funktion gefunden ist, die sich als näherungs- weise konstant und als von einfacher Zusammensetzung der Para- meter herausstellt, so erscheint es von vornherein nicht aus. geschlossen, daß diese Funktion etwas Wirkliches in der Natur Vorhandenes, das auch ohne uns da ist, meßbar zum Ausdruck bringt. Dieser metaphysische Standpunkt gegenüber der Energie, der von der energetischen Schule eingenommen wird, ist also be- greiflich. Man wird es auch begreifen, wenn jemand ein perpetuum mobile immerhin für logisch möglich erachtet und im Nichtvor- handensein eines perpetuum mobile nur eine näherungsweise sichergestellte Erfahrungstatsache sieht. Die Wichtigkeit des Energiebegriffs liegt darin, daß er auf jede physikalische Erscheinung anwendbar ist, daß wir über- haupt keinen physikalischen Vorgang kennen, bei dem man nicht die Frage nach der Energiegröße stellen könnte. Der Energie- begriff umfaßt mechanische, elektrische, magnetische, thermi- sche, optische Vorgänge, er umspannt die Physik so, wie dies nur noch Raum und Zeit tun. Der Satz von der Erhaltung der Ener- gie ist daher von seinen Entdeckern Mayer und Helmholtz ebenso wie von den Zeitgenossen dieser Entdeckung als eine ganz besonders wichtige Stufe in der Entwicklung der Wissenschaft aufgefaßt worden; er läßt uns ahnen, daß die physikalischen Vorgänge, so bunt und verschiedenartig sie sind, doch nur For- men einer einzigen Grunderscheinung darstellen. § 18. Skalare und Vektoren. In die mathematische Physik der neueren Zeit wird als etwas Besonderes und Wichtiges die Unterscheidung aller physikali- schen Größen in,,Skalare“ und „,Vektoren“ eingeführt. Skalare sind z. B. Masse, Temperatur; Vektoren sind Geschwindigkeit, Kraft usw. Der Vektor wird auch als ,,gerichtete Größe" be- zeichnet; dem Skalar ist jeder,,Richtungssinn" fremd, er läßt sich nur der Größe nach angeben, d. h. wie eine Zahl auf der Zahlens kala einordnen, und hat davon seinen Namen,