18 I. Grundlagen der Arithmetik. Aus a + x = b folgt x = (-a) + b; denn es ist a + ((-a) + b) = (a + (-a)) + b = 0 + b = b. Aus y + a = b folgt y = b + (-a); denn es ist (b + (-a)) + a = b + ((-a) + a) = b + 0 = b. Es ist 0 = - 0, denn aus 0+ (− 0) = 0 = 0 + 0 folgt (0) = 0. 50. Eine Gruppe kann „kommutativ"*) sein, d. h. es kann das „kommutative Gesetz" gelten: a + b = b + a. Daß es selbst in einer nichtsingulären, assoziativen Gruppe nicht zu gelten braucht, beweisen die „Quaternionen"**) a+bi + cj + dij mit i² + 1 = j² + 1 = ij + ji = 0, reellen Zahlen a, b, c, d und der Multiplikation als Komposition. In einer Gruppe können mehrere Arten der Komposition bestehen, z. B. im System der positiven ganzen Zahlen Addition, Multiplikation und Potenzieren. Geordnete Gruppen. 51. Definition: Eine Gruppe heißt „geordnet", wenn sie eine geordnete Menge ist, in der durch die Elemente (0, a) und (-a, 0) dieselbe lineare Teilmenge bestimmt wird und der „additive Anordnungs- Grundsatz" (52) besteht. 52. Grundsatz: Zwischen den Elementen a, b, c, d, bestehen dieselben Ordnungsbeziehungen, wie zwischen den Elementen a + h, b+h, c+h, ... und wie zwischen den Elementen h + a, h + b, h + c, ... a b. 53. Folgerungen im linearen Fall: Aus a vor O folgt nach O. Aus a vor b folgt a - b vor 0, b-a nach 0, - a nach 54. Satz: In einer linear geordneten Gruppe liegt a + b zwischen a + a und b + b. Beweis: Aus (z. B.) a vor b folgt: a + a vor a + b und a + b vor b + b (nach 52). 55. Satz: In einer linear geordneten Gruppe folgt aus a vor 0, b nicht nach 0, stets a + b vor 0. Beweis: a vor 0 gibt (52) a + b vor b; also (10) a + b vor 0. 56. Satz: In einer linear geordneten Gruppe gibt es kein Ele- ment x vor oder nach allen andern Elementen a, b, c, ... * „Kommutativ" von Servois (Gergonnes Ann. Bd. V, 1814, S. 93) eingeführt. **) Hamilton, Lectures on Quaternions (Dublin 1853).