222 Achtzehntes Kapitel. Zielen und Richten. unwirksam machen, daß man in dem Moment feuert, in dem die Zünder- stellung genau zutrifft. Zu dem Zwecke braucht man einen §104. Tempierungsmesser mit selbsttätiger Bewegungsberichtigung. 20 25 15 10 H R Denken wir uns den Höhen- und Tempierungsmesser (S. 218) mit den Niveaulinien wagerecht gehalten, so daß das Lot als Visierstab OP zum Ziel hin gerichtet ist (s. Abb. 50), während die kurze Seite OT jetzt senkrecht steht. Der Bildpunkt eines feststehenden Zieles auf dem Zielstab OP gibt durch seine Lage zu den Spreng- linien die erforder- liche Zünderstel- lung an. Wenn das Ziel kommt (geht), gibt der Bildpunkt nur dann die richtige Zünderstellung an, wenn jede Spreng- linie entsprechend ihrer Zünderstel- Abb. 50. lung und propor- tional der Ge- schwindigkeit des Kommens (Gehens) des Zieles diesem entgegen-(gleich-) gerichtet verschoben würde. Diese Verschiebung muß bei allen Spreng- linien gleichzeitig erfolgen. Zu dem Zweck seien die Sprenglinien aus Draht gebogen und an Schiebern befestigt, die in wagerechten Schlitzen der Tafel gleiten und vermittels Führungsstiften durch den um Q drehbaren Arm QR ihrer Sekundenzahl proportional gleichzeitig verschoben werden. Der Bildpunkt P überträgt die Geschwindigkeit des Kommens und Gehens mittels eines Fadens L, der über die Walze M, durch einen Ring bei P zurückläuft und durch das Gewicht N gespannt wird, auf den Schwung- kugelregulator K. Dieser hebt den Stab J durch die Achse von M hin- durch, senkt den um S drehbaren Bügel FGH und drückt damit den Arm QR, an der die Schieber der Sprenglinien befestigt sind, aus der senkrechten Lage heraus. Anfänglich, oder wenn das Ziel,,steht", d. h. seine Entfernung nicht ändert, liegt R in G. In dieser Anfangslage wird der Arm QR durch Feder oder Gewicht festgehalten. Aus der Anfangslage wird dem Arm QR am einfachsten durch Anstoß entgegen der Bewegungsrichtung des Zieles hinweggeholfen.