§ 98. Sprenggeschosse. 211 Geschoßteile fliegen geradeaus. Bei Granaten nimmt X einen kleinsten V v+V+1 an: die Sprenggarbe enthält einen von Spreng- Wert arc tg teilen freien Kegel, einen ,,toten" Raum. Für V und V bei Schrapnells gibt de la Llave empirische Formeln (analog denen von Sarrau). V und Vę sind von der Größenordnung bei Schrapnells 10 m/sec, bei Granaten 1000 m/sec. Der empirischen Ermittlung zugänglich sind in der Formel (14) die Elemente v und Xmax.. Deshalb begnügt man sich von der Formel (14) nur die Form beizubehalten und ctg Xmax. als lineare Funktion von v darzustellen. Deren Koeffizienten sind aus (mindestens) zwei Messungen zu bestimmen (Rohne). m.8.2.г; Sprengtrichter. Für die Größe der Sprengtrichter bestehen einige rohe empirische Formeln. Sie ist in Kubikmeter annähernd gleich (15) darin bedeutet I das Gewicht der Sprengladung in kg, λ ein Maß der Brisanz desselben (21 bei Schwarzpulver, 2 bis 2,1 bei Schießwoll- pulver, bis 2,2 bei Pikrinsäure), m hängt vom Material ab (Erde 1,2 bis 0,7, Mauerwerk und Beton 0,194 bis 0,014 und weniger); s ist bei Materialien, bei denen Kohäsionskräfte zu überwinden sind (Mauerwerk), die Eindrin- gungstiefe in Metern, bei andern (Erde und Sand) eine zwischen etwa 0,503 (wenn v⁰ <300) und etwa 0,816 (wenn vº> 300) liegende Zahl. Der Inhalt des Sprengtrichters liegt zwischen dem 1,5 und dem 2,5- fachen eines Kegels gleicher Basis und Höhe: in lockerem Material ist die Sohle des Trichters mehr abgerundet, wie in hartem. Brennzünder. Der Zünder eines Sprenggeschosses sei mit einer Sekundenteilung versehen. Soll das Geschoß zur Zeit t nach dem Ab- schuß platzen, so ist die Marke des Zünders auf den Punkt t der Tei- lung einzustellen. Die Brenngeschwindigkeit des Zündsatzes unter dem Druck p werde normiert, indem man sie durch die Brenngeschwindigkeit unter dem Druck Po 760 mm Hg teilt. Die so normierte Brenn- geschwindigkeit werde mit b bezeichnet. Nach dem Brenngesetz (S. 174) ist = α P = (16) wo der Exponent x durch Versuche ermittelt sei. Der Druck p hängt von der Geschwindigkeit v₂ und von der Höhe z des Geschosses ab. Zwischen Druck, Dichte & und Geschwindigkeit v der Luft nahe dem Geschoßkopf besteht, die Bewegung wirbelfrei und stationär angenommen, die Gleichung dp + Svdv=0. (17) 14*