208 Siebzehntes Kapitel. Endballistik. hauptsächlich wieder in kinetische Energie übergehen. Das kann beim Einschuß in eine geschlossene Flüssigkeitsmasse, wegen deren geringer Zusammendrückbarkeit, nicht anders geschehen als durch Absprengen von Teilen an der Begrenzung. Das ergibt die,,scheinbare Sprengwir- kung". § 97. Abpraller. Der Widerstand des Mittels wirkt in der Richtung der Geschoßbahn. Dieser Satz ist richtig, solange das Mittel unbegrenzt ist. Schon in der Luft scheinen gewisse Erscheinungen darauf hinzudeuten, daß bei Unter- schallgeschwindigkeiten die Nähe der Erdoberfläche auf das Geschoß hebend wirkt:,,Täler ziehen das Geschoß an". Aber unzweifelhaft tritt die Erscheinung bei inkompressiblen Flüssigkeiten hervor. Bei schnell- fahrenden Wasserfahrzeugen wirkt eine Einengung des Fahrwassers oder eine Erhebung des Grundes bremsend; bei Geschossen, die in Wasser oder Land flach eindringen, wirkt der Widerstand unten stärker als oben, wo das Mittel Platz macht (bzw. bei bloßem Aufschlagen kein Widerstand vorhanden ist), lenkt also das Geschoß nach oben ab. So kommt der An- praller zustande. Der spitze Einfallswinkel, bei dem das Geschoß noch abprallt, wächst mit dem Kaliber. Er ist (in Graden) gleich dem bis 2- fachen Kaliber (in cm) bei Wasser, bei Sand gleich dem bis 1-fachen; soweit Messungen bekannt sind. Eine mathematische Theorie des Abprallers fehlt bisher. Die hätte auszugehen von den Differentialgleichungen: 8: w x v w v ż + k (z), wo k(z) die senkrecht aufwärts wirkende Widerstandskomponente ist. Von dieser ist vorläufig nur bekannt, daß sie in einer gewissen Tiefe z* Null ist. Man kann sie in erster Annäherung proportional z-z setzen. Da es sich nur um Vorgänge von sehr kurzer Dauer handelt, kann man w = m durch eine lineare Funktion der Zeit approximieren: w。。t. Dann erhält man für z-z eine lineare Laplacesche Differentialgleichung: z + {wo+wo t} ż — k · (z — z) = 0, v die bekanntlich integriert wird durch: - 7%* 1 = = { 8 (5) F(5) est. ds, F(5) = 1005 k d5 tbo