§ 96. Scheinbare Sprengwirkung. 207 In einer solchen Formel müssen offenbar in Beziehung treten die Plattenstärke S, das Geschoßkaliber D, die Geschoßwucht T, und eine Größe F, die von der Festigkeit des Plattenmateriales abhängt. Diese muß die Dimension von Zug- oder Druckfestigkeit haben, also Kraft durch Querschnitt. Zwischen S, D, T, F lassen sich nur die zwei dimen- T S sionslosen Monome :D2S und bilden, und keine hiervon unabhängigen. F D Die Beziehung muß also die Form haben: T π S D F = 7 D²S · 0 (5). (9) Vergleichen wir hiermit einige empirische Formeln, so ist zunächst zu bemerken, daß keine derselben die Größe F enthält, da das in Betracht kommende Material immer ungefähr dasselbe ist. Krupp gibt folgende Formel: π T D2 4 = 100 S. V S D (10) (T in kgm, v in m/sec, S und D in cm). Die Formel (10) ist mit (9) in Übereinstimmung für F· S S =100 D D Nach de Marre soll sein (S und D in dm): 2gT=A². D1,5. §1,4; A = 1,530. (11) Stünde hier im Exponenten von S 1,5 statt 1,4, so ginge die Formel S D aus (9) hervor für (1) S prop. (5) D ; so ist sie nicht homogen. Die Formel (11) soll für gewöhnlichen Stahl gelten; für gehärteten sei der Faktor 1,885-0,00148 hinzuzufügen. Die Funktion (1,885-0,0014S) S¹¹ hat die natürlich zu fordernde Eigenschaft mit wachsendem S zu wachsen nicht über S=785 hinaus. Da dieser Wert weit jenseits der in Betracht kommenden liegt, kann sie trotzdem eine gute Annäherung geben. Besser ist es, man paßt solche willkürlichen Approximationsfunktionen auch in ihrer Form den natürlichen Forderungen an. § 96. Scheinbare Sprengwirkung. Die Energie, mit der ein Geschoß in ein Mittel eindringt, gibt es ab: erstens zur Überwindung der Kohäsionskräfte; zweitens, wenn diese gering sind, zur Überwindung der Reibung, wodurch Wärme erzeugt wird (in Sand z. B. werden Infanteriegeschosse fast ganz verdampft und zerrieben); drittens, wenn auch die Reibung gering ist, muß die Energie