§ 93. Streuungen.. 199 deren Wahrscheinlichkeit unter einer bestimmten Grenze liegt (Chauvenet, Vallier, Heydenreich). Beide Bestimmungsarten sind gleichartig. Denn ist nach der ersten Anw₂ die Ausreißergrenze, so bestimme man 8 ʼn aus @sn = An@2, so ist die Wahrscheinlichkeit eines solchen Ausreißers < 1 8n Chauvenet nimmt @2n, Vallier @n, Heydenreich 2(n-1) als Ausreißergrenze. § 93. Streuungen. Das Doppelte der mittleren [durchschnittlichen *), wahrscheinlichen] Abweichung heißt die mittlere [durchschnittliche, wahrscheinliche*)| Streuung. Die Schußtafeln geben zu jeder Erhöhung die wahrscheinliche (50 %ige) Streuung, d. h. das Intervall, innerhalb dessen 50% Schüsse liegen, also das Doppelte der oben mit a, bezeichneten Größe. Ebenso wäre z. B. diə 98%ige Streuung das Doppelte der mit so zu bezeichnenden Größe (etwa =3,5); denn oberhalb @so liegen wahrscheinlich nur noch =2% Schüsse, unterhalb also 98%. Diese Zahlen, wie 50, sind von n unab- hängig, stehen zu ☎ in einem festen Verhältnis und werden in den Schuß- tafeln in folgender Weise angegeben: 0,1 0,2 0,3 0,4 0,5 0,6 10,7 16,0 21,2 26,4 31,4 % 5,4 41,1 0,7 0,8 0,9 1,0 36,3 45,6 50,0 1,2 % 58,2 1,4 65,5 71,9 1,6 1,8 77,5 2,0 2,4 2,8 3,2 3,6 4,0 82,2 89,5 94,1 96,9 98,5 99,3 4,4 4,8 5,2 ... % 99,7 99,879 99,955 ... • D. h. 5,4% Schüsse haben eine Abweichung bis 0,1 usw. Wir erwähnten bereits, daß die Streuungen auf zwei Arten Ursachen zurückkommen, erstens auf die im Abschuß liegenden, zweitens auf die in der Flugbahn wirkenden. Betrachten wir unter diesem Gesichtspunkt zunächst die Seiten- streuungen. Würden in der Flugbahn keine streuenden Ursachen mehr wirken, so würden die linearen Streuungen, wie sie beim Abschuß ent- stehen, sich in der Flugbahn proportional der Entfernung vergrößern; oder die als Winkel berechneten Streuungen konstant bleiben. Nach *) Im deutschen Heer,,mittlere" genannt. Wir halten uns an den Sprachge- brauch, wie ihn die exakten Wissenschaften mit der Schöpfung der Begriffe seit langem festgelegt haben.