§ 74. Berichtigung der schweren Masse. 167 bei geneigtem Rohre, der Schwerkraft absieht. Demnach ist P auch die Pulvertriebkraft und infolgedessen P=w⋅P, (2) wenn mit p der Druck auf den Geschoßboden, mit w der Querschnitt der Seele bezeichnet wird. Die Bewegungsgleichung lautet also ms=wp. (3) Es sind die vier Größen t, 8, v, p, von denen die zusammengehörigen Werte gesucht werden. Ist der Zusammenhang zweier bekannt, so ergeben. sich die übrigen durch Differentiationen und Integrationen. Ist z. B. p, also als Funktion von t bekannt, so ergibt sich v = 8=födt, sffsdtdt. Ist v als Funktion von 8 bekannt, so ergibt sich t = ds ย = dv ds • v; usw. Die empirischen Ermittelungen beschränkten sich früher auf Messung der Mündungsgeschwindigkeit (s. S. 40) und des Höchstdruckes am Stoß- boden des Rohres durch kupferne Stauchzylinder. Diese beiden Größen sind auch die praktisch wichtigsten, die erstere mit Rücksicht auf die gewünschte Schußweite, die zweite mit Rücksicht auf die Rohrbean- spruchung. In neuerer Zeit ist man auch dazu übergegangen, den Ver- lauf der Geschwindigkeit und des Druckes durch verschiedene Apparate (Velozimeter, Registriermanometer) zu messen. § 74. Berichtigung der schweren Masse. Es wird nicht die ganze Pulvertriebkraft P in die Effektivkraft më umgesetzt. Vielmehr geht ein Teil für Reibung, Luftwiderstand und Schwerkraft verloren. Ist R dieser Teil, so ist die Gleichung (3) zu ersetzen durch Setzt man = P-R m ö. R=m.88, (4) (5) indem man mit ds die Gesamtverzögerung durch Reibung, Luftwider- stand und Schwerkraft bezeichnet, so kann man auch schreiben: δε P=m(1 (1 +05) 3, =m(1+ (6) d. h. die schwere Masse m ist durch den etwas veränderlichen Wert m(1+0) zu ersetzen. Den Hauptanteil macht die Reibung aus. Man kann diesen Teil direkt messen, indem man das Geschoß durch den senk- recht gestellten Lauf unter genügender Belastung hindurch treibt. Der Bruch 63 8 beträgt nach Cranz beim Infanteriegewehr höchstens und ist