§ 68. Drall kleinster Zugbeanspruchung. 157 dy Beim,,parabolischen" Drall wächst tg D = dx fernung x vom Rohranfang, d. h. es ist d tg D dx linear mit der Ent- konstant, also y eine quadra- tische Funktion von x, die Züge sind Parabeln. Die Aufgabe: zwei Parallelen durch eine Parabel derselben Achsenrichtung unter gegebenen Winkeln zu schneiden, wird wie beim Kreise gelöst. dD ds Ein drittes Drallgesetz ist = dD dx = konstant, während beim Kreisdrall konstant ist, wenn s die Bogenlänge der Züge bedeutet. Da D klein und wenig veränderlich ist, stimmen alle drei Gesetze nahe überein. Die Gleichung der Züge wird von der Form y = ax + bx²+... Die beiden ersten Glieder genügen, um den beiden Forderungen des Anfangs- und End- dralles zu entsprechen. 1 § 68. Drall kleinster Zugbeanspruchung. Eine Beobachtung, die wir im Kriege machten, ist die folgende: Der Anfang des gezogenen Teiles der Rohre ließ vielfach eine Ab- nutzung in der Art erkennen, daß die Felder von der Führungskante her beiseitegedrückt waren; sie waren an der Führungskante abgeschrägt, und zwar meistens treppenförmig. Auf die Nachteile solcher Beschädi- gungen sei hier nur kurz hingewiesen: ungenauer Geschoßansatz, Beschä- digung der Führungsringe, Vergrößerung des Laderaumes, alles das er- gibt eine Beeinträchtigung der ballistischen Leistung. Dazu kommt eine schnellere Abnutzung des Rohres. Für die Ballistik des Geschosses kommt es nun bloß auf den Enddrall an, der hauptsächlich durch Stabilitäts- forderungen bestimmt ist. Die Art der Progression des Dralles ist also so zu bestimmen, daß erstens der Enddrall ein gegebener ist, und daß zweitens die Beanspruchung der Züge sich über deren Länge möglichst gleichmäßig verteilt. Die Aufgabe der Züge ist: dem Geschoß eine be- stimmte Drehwucht zu erteilen. Wenn ein Stück der Züge dem Geschoß einen bestimmten Zuwachs an Drehwucht erteilt, ein anderes gleich langes Stück einen geringeren Zuwachs, so wird das erstere zugunsten des letz- teren unnötig stark beansprucht, also schneller abgenutzt. Demnach läßt die oben angeführte Beobachtung darauf schließen, daß der An- fangs drall zu groß genommen wird. Aus diesem Ansatz soll das Drall- gesetz geringster Zugbeanspruchung entwickelt werden. Es sei m die Masse, z der Weg, v die Geschwindigkeit, T = mv² die Flugwucht des Geschosses; ferner q· R der Trägheitsradius. Für ein rein zylindrisches und homogenes Geschoß wäre q² = 0,5, also infolge