30 Drittes Kapitel. Grundlegung und elementare Methoden. unzulässigen Voraussetzungen. Die von Cranz (Ballistik, 1917, S. 201) gilt nur für möglichst flache Bahnen und folgt dann aus der obigen, wenn man statt w = c f (v) nimmt · x = c · f(x). - Bei diesen Methoden sind die Ableitungen ro, To, ... auf Grund der Formeln (13) zu bilden. Darin kommen die Ableitungen w', w', ... der Funktion w von v vor. Diese Funktion ist aber nur tabellarisch gegeben. Also kann man die Ableitungen nur interpolatorisch aus Differenzenquo- tienten annähernd bilden. Demnach kann man nach Methoden fragen, die von vornherein nur die Funktionswerte selbst möglichst vorteilhaft verwenden. Die älteste solche Methode ist im Prinzip schon bei Euler*) vorhanden, der die Differentialgleichung näherungsweise durch eine Differenzengleichung ersetzt. Eine wesentliche Verbesserung be- deutet demgegenüber die Methode von Runge**), der die Simpsonsche Regel auf Differentialgleichungen überträgt. Heun***) und Kutta†) haben dies Verfahren weitergeführt. Auf die Berechnung der Geschoß- flugbahn wendet Veithen ††) die Kuttasche Methode an. Neuendorff††) rechnet hierzu ein Beispiel und bemerkt, daß die errechneten Bahnen mit den erschossenen nicht genügend übereinstimmen. Durch diese Me- thoden werden die vier Integrationen, die die Gleichungen (1) erfordern, approximativ ausgeführt. Nun ist bekannt (s. § 13), daß von diesen vier Integrationen drei auf Quadraturen zurückkommen, nachdem zuvor eine Differentialgleichung erster Ordnung, die Hauptgleichung, integriert ist. Man wird daher auf eine größere Genauigkeit rechnen, wenn map die Näherungsmethoden nur auf die Hauptgleichung anwendet, da für die dann noch erforderlichen drei Quadraturen vergleichsweise exakte Methoden zur Verfügung stehen. Die Hauptgleichung ist die z. B. aus (1) folgende Gleichung zwischen und ż: dż = worin wcf (v), v = √ x² + 22 V dinaten v, w ein, vermittelst t g v + 912) dt, w x zu setzen ist. =v • cosa, Führt man Polarkoor- 2 = v · sinw, so erhält man dv= = (+sino) vd w (1) COS @ was wir zur Abkürzung schreiben wollen: dw= F(v, w) dv. *) Inst. calc. int. 1, 1768, S. 493. **) Math. Ann. 46, 1895, S. 167. ***) Ztschr. Math. Phys. 45, 1900, S. 23. †) Ztschr. Math. Phys. 46, 1901, S. 435 u. Diss., München 1901. +) Artilleristische Monatshefte 1919, S. 98. (2)