§ 7. Der Luftwiderstand abhängig von der Geschoßform und -größe. 17 Betrachten wir zunächst etwas allgemeiner einen nirgends konkaven Körper. Ist do sein Oberflächenelement, w der Winkel der nach außen gerichteten Normalen von do mit der Bewegungsrichtung des Körpers, so ist F (cos) do die Widerstandsfläche des Elementes do, genommen in der Normalenrichtung. Für den Widerstand kommt aber nur die in der Fortbewegungsrichtung liegende Komponente derselben, also F (cosa) coso do in Betracht. Für den Körper ist also die in der Be- wegungsrichtung genommene Komponente seiner Widerstandsfläche F= [F(cosw)⋅ cosw.do, (8) die Integration erstreckt über den von der Luft bestrichenen Teil der Oberfläche, wo also coso > 0 ist. Ebenso erhält man die Komponente der Widerstandsfläche für den Sog durch Integration über den Teil der Oberfläche, wo cosa <0 ist, also genau in derselben Weise wie für den Druck bei umgekehrter Bewegungsrichtung. Nimmt man einen geeigneten Mittelwert F (cos wo) dieser, ihrer Natur zufolge nie negativen Funktion vor das Integral, so kommt F = F(cosw.) · [cosw.do. (9) Hier ist (cos do der Flächeninhalt der Projektion des Körpers auf eine Ebene senkrecht zur Bewegungsrichtung, also der Querschnitt des durchdrungenen Raumes. Bei einer Änderung der Bewegungsrichtung um den Winkel a ändert sich dieser Querschnitt; aber es ist unrichtig anzunehmen, daß die Änderung der Widerstandsfläche nur hiervon herrührt. Vielmehr ändert sich auch der Mittelwert F (cos wo) in einen davon etwas verschiedenen Wert F(cos wa), wie zu erwarten ist und sich weiter unten ergeben wird. Wir beschränken die Betrachtung jetzt auf einen nirgends konkaven Rotations körper, dessen Achse mit der Bewegungsrichtung den kleinen Winkel a macht. Die Annahme eines kleinen a genügt für die Praxis. Bei nichtkleinem & wird der Widerstand zu groß, der Flug hört auf stabil zu sein, wird unregel- mäßig und der mathematischen Behandlung unzu- gänglich. h R, (R,-ricos a R, Abb. 4. Der Körper bestehe aus einem zylindrischen Teil von der Höhe h und vom Radius r, dem Mantel; ferner aus der Spitze und dem Boden, deren Meridian- schnitte bei ihrer Berührung mit dem Mantel die Krüm- mungsradien R₁ bzw. R₂ haben mögen. Die Projektion dieses Körpers auf eine Ebene, deren Normale den kleinen Winkel a mit der Achse des Vahlen, Ballistik. 2