Weltsystem (Fragment). 177 usw. in absolut lückenlose Berührung geraten, dann würden sie aufhören, selbständige Teilchen zu sein. Aber selbst angenommen, daß die kleinsten Teilchen a₁ und b₁ aufhören könnten, diskrete Teilchen zu sein, so wäre dieses antiatomistische Wunder doch nur auf der Oberfläche (der Berührungsfläche) der beiden Körper A und B vollbracht; in allen tieferen Schichten des Körpers B würden aber die kleinsten Teilchen doch nicht in absolut lücken- losen Kontakt miteinander geraten können, d. h. es wäre unmög- lich, daß die Bewegung sich vom Körper A über den ganzen Körper B ausbreite, sondern sie könnte bloß die Punkte b₁, b₂ usw. an der Berührungsfläche ergreifen, niemals aber auf den ganzen Körper B übertragen werden. Wir müssen also vor allem bestrebt sein, unsere höchst unklaren Vorstellungen von dem absolut lücken- losen Kontakt der kleinsten Teilchen innerhalb A und innerhalb B sowie an ihrer Berührungsfläche endgültig zu überwinden, und dann wird es uns klar werden, daß eine Bewegung nicht von einem Punktträger a zu dem anderen Punktträger b hinüberspazieren kann, weil eine Bewegung absolut keine Spazierfähigkeit besitzt. Dann werden wir es auch begreifen lernen, welch großes Problem die Übertragung von Bewegung auch auf die kleinen Distanzen (auf billionstel und trillionstel Millimeter usw.) in sich schließt. Es ist daher eine große Selbsttäuschung der meisten Physiker, wenn sie glauben, daß es leichter zu verstehen sei, wieso eine Be- wegung ihren Besitzer wechselt, als das andere Problem, wieso eine Bewegung unverlierbaren Besitz eines Trägers bilden könne. Beide Probleme sind gleich schwierig und können nur im Zusammen- hange miteinander gelöst werden. Es wird sich dann zeigen, daß es tatsächlich perpetuelle Bewegungen gibt, die ein unverlier- bares Kapital ihrer Träger bilden, und gleichsam den Grundbaß aller Bewegungen im Kosmos bilden, und daß diesem Kapital von Urbewegungen ein Betriebskapital von unsteten Bewegungen gegenübersteht, die ihren Besitzer wechseln und den unvergleich- lich schönen Mummenschanz der sogenannten Energietransfor- mation inszenieren. c) Das Problem des Zusammenhanges von ursprüng- lichen oder perpetuellen mit unsteten unsteten oder trans- gredienten Bewegungen. Es ist dies das oberste Problem der allgemeinen Bewegungslehre, denn es handelt sich in demselben um den einheitlichen Zusammenhang aller in der Natur vorkom- menden Bewegungsvorgänge. Wir dürfen jedoch über dieses Problem insolange kein Wort verlieren, als wir nicht auseinander- gesetzt haben werden, wieso es in der Natur ursprüngliche Be- wegungsformen geben kann, die ihren Träger nicht wechseln können, und wieso anderseits transgrediente Bewegungen existieren können, die ihren Besitzer wechseln. Palágyi, Weltmechanik. 12