176 Weltsystem (Fragment). Weltprozeß besteht? Oder mit anderen Worten: welche Vor- richtungen bestehen in der Natur, daß sie einesteils den Welt- körpern, anderenteils den kleinsten Einheiten der Materie (wie z. B. den Atomen) ein unverlierbares Grundkapital von perpe- tueller Bewegung zu gewährleisten imstande sind? Hieran schließt sich die weitere Frage, welche Arten von ursprünglichen oder per- petuellen Bewegungen in der Natur überhaupt existieren? Ist es uns Menschen möglich und wird es uns überhaupt jemals möglich sein, eine vollständige Liste der makro- und mikrokosmischen perpetuellen Bewegungen aufzustellen und sie irgendwie zu klassi- fizieren? b) Das Problem der unsteten oder transgredienten Bewegungen. Wir haben sie auch als mesokosmisch bezeichnet, weil sie sich zwischen die perpetuellen Makro- und Mikro- bewegungen einschieben. Sie sind uns, wie gesagt, im höchsten Maße sinnlich vertraut, aber sie bergen trotzdem ein ebenso großes Geheimnis in sich wie die perpetuellen Bewegungen. Es fragt sich nämlich, wieso es möglich ist, daß eine Bewegung von einem Kör- per auf den anderen, von einem Träger auf den anderen hinüber- gelangt? Man kann dies das Problem der Bewegungsübertragung nennen. Denn es ist doch wohl selbstverständlich, daß man einer Bewegung nicht zumuten kann, daß sie sich bewege. Man kann von der Bewegung als Subjekt nicht die Bewegung als Prädikat aussagen. Man bedenke doch, welch tautologer Widersinn in den folgenden Sätzen enthalten ist: Das Laufen läuft, das Springen springt, das Hüpfen hüpft. Man muß eben die Bewegung einem solchen Träger (einem solchen Subjekt) zuschreiben, der selbst keine Bewegung, ist und den wir Materie nennen. So entsteht dann die überaus heikle Frage, wieso es möglich ist, daß eine Be- wegung ihren Träger oder Besitzer wechselt, da sie doch abgetrennt von ihrem materiellen Träger, gleichsam als sich selbst tragend und selbst fortspazierend, nimmermehr gedacht werden kann. Wenn es also in dem Problem a) wie ein Wunder berührte, daß eine Be- wegung unverlierbar an einem Träger haften kann, erscheint es uns jetzt als ebenso großes Wunder, daß eine Bewegung von dem einem Träger zu dem anderen hinübergeraten kann. Viele Natur- forscher scheinen der Ansicht zu sein, daß die Übertragung der Bewegung von einem Träger auf den anderen gar kein Problem ist, weil es genügt, daß ein Körper A mit dem Körper B in,,Berührung" gerate, damit die Bewegung von A auf B übergehe. Sie haben aber eine höchst unklare Vorstellung von dieser sogenannten ,,Berührung", denn sie scheinen zu glauben, daß kleinste Teil- chen von A (die wir mit a₁, a, a,... bezeichnen wollen) mit kleinsten Teilchen von B (d. i. b₁, b₂, b) in lückenlosen Kontakt geraten können. Wäre es aber möglich, daß a₁ mit b₁, a₂ mit b₂