Alte und neue Atomistik. 153 kann bei diesen Elementen nicht die Rede sein, aber man leitet durch formale Berechnung auch für sie die zwei chemischen Grund- charaktere ab, indem man dieselben aus ihren physikalischen Eigen- schaften (aus den spezifischen Wärmen bei konstantem Druck und konstantem Volumen) folgert. So fügt man sie künstlich auf Grund ihrer physikalischen Eigenschaften in die Tafel der chemi- schen Elemente ein, wo sie eine isolierte Kaste für sich bilden. Den Edelgasen reihen sich noch drei andere Gase an, die Emanationen des Radium, Thorium und Aktinium, die gleichsam jungfräulich durch spontane Abspaltung aus ihren Mutterelementen hervor- gehen. Man sieht also, daß die herkömmlichen Begriffe von Atom und Molekül als dem untersten und obersten Baustein der stoff- lichen Welt nicht mehr ausreichen. In dieser einleitenden Betrach- tung handelt es sich bloß darum, diese historisch gewordene Sach- lage ganz allgemein nahezurücken. Die Erfahrung zeigt uns keine letzten Bausteine der stofflichen Welt, sondern nur einen Stufen- bau derselben. Die ungelöste große Frage, die die Geister ver- wirrt und in Atem hält, ist eigentlich die, wie sich die chemische und physikalische Struktur der stofflichen Welt zueinander ver- halten, und diese wollen wir in unseren folgenden Betrachtungen näher beleuchten.