80 Die Relativitätstheorie in der modernen Physik. möglichst tiefen Einblick in ihre gegenseitige Bedingtheit oder Korrelation, also ihre eigentliche Einheitlichkeit zu gewinnen. Dadurch genügt man nämlich ebensosehr dem Drang nach Er- kenntnis der unermeßlichen Mannigfaltigkeiten als dem Drange, ihren einheitlichen Zusammenhang zu begreifen. Die weitere Aus- führung dieser Auffassung gehört jedoch in die Erkenntnislehre, bzw. Metaphysik. Erst jetzt, wo uns nicht nur die Idee einer einheitlichen Doppel- ordnung von Zeit und Raum, sondern auch die parallele Idee der einheitlichen Doppelsubstanz (Äther und Materie) zur Verfügung steht, könnten wir den Faden unserer weltmechanischen Unter- suchungen in systematischer Weise aufnehmen, doch würde dies den Rahmen dieser vorbereitenden (aber auch grundlegenden) Betrachtungen sprengen, so daß es genügen dürfte, das sich uns zunächst aufdrängende Problem zu formulieren und seine Aus- arbeitung für das angekündigte größere Werk vorzubehalten. Es wird sich uns nicht um eine Zerstörung des allgemein ge- bräuchlichen Zeitbegriffes dieser Paradeleistung der modernen Relativitätstheorie, sondern um eine höhere Entwicklung des- selben handeln. Es wäre eine Katastrophe für das physikalische Denken, den ohnehin vagen Zeitbegriff auch noch umzustürzen, statt ihn einer exakten und einheitlichen Naturauffassung gemäß weiterzubilden. Diese Weiterbildung hängt aber in innigster Weise mit der Untersuchung der universellen Kollektivbewegung der Weltmaterie zusammen, die einen symbolischen Charakter hat und uns als allgemeiner Zeitstrom zum Bewußtsein kommt. Wir werden nunmehr diese universelle Kollektivbewegung sowohl in physikalischer als auch in mathematischer Hinsicht nicht bloß in allgemeinen Zügen, sondern mit Genauigkeit betrachten müssen. In physikalischer Hinsicht wird dies ermöglicht, weil wir die Ma- terie durch den Äther ergänzt denken, diesen letzteren also als ein vierdimensionales, kontinuierliches, unbewegliches Milieu auf- fassen, während die Materie, durch die Querräume Ro, R1, R2... usw. hindurchdringend, immer neue dreidimensionale Partien des vierdimensionalen Äthers bezieht. Die Materie wird uns demnach niemals als,,sich selbst überlassen" erscheinen können, da alle ihre Bewegung aus einer Wechselwirkung mit dem Äther entspringt, diese Wechselwirkung aber auf Grundlage der gesamten physika- lischen Erfahrung präzisiert werden muß, was zur Folge hat, daß alle mechanischen Grundbegriffe, vor allem der,,Trägheitsbegriff", eine Umgestaltung erfahren. Zwar haben wir schon durch die posi- tive und negative Formulierung des ersten weltmechanischen Ge- setzes manche Dunkelheiten des Trägheitsprinzips beseitigt, in- •