62 Die Relativitätstheorie in der modernen Physik. Unsere Stellungnahme diesem sogenannten Relativitätsprinzip gegenüber ist eigentlich schon in den vorausgehenden Abschnitten gekennzeichnet worden. Da wir gezeigt zu haben glauben, daß gleichförmige Translationen in der realen (dreidimensionalen). Welt unmöglich sind, brauchen wir nicht zu befürchten, daß irgendein materielles System oder auch die ganze Weltmaterie von ihr er- griffen werden könnte. Von allen 3 gleichförmigen Translationen, welche den Blick der,,Relativisten“ trüben, kann in Wirklichkeit keine einzige stattfinden. Wir haben es also nicht nötig, das kausale Band zwischen den Sondervorgängen und Kollektivbewegungen aufzuheben und ein Wunder zu statuieren. Koordinatensysteme, welche sich in gleichförmiger Translation befinden, sind überhaupt in der Mechanik unstatthaft, weil sie das Element der Unmöglich- keit in die reale Forschung hineintragen und Wundersüchtigkeit erzeugen. Das sogenannte ,,Relativitätsprinzip der Mechanik", wie es oben zum Ausdruck kam, ist gänzlich gegenstandslos, denn nicht um die Unabhängigkeit zwischen inneren Sondervorgängen und den Kollektivbewegungen eines Systems handelt es sich in der Relativitätstheorie, sondern gerade im Gegenteil um das große und fruchtbare Problem ihrer Abhängigkeit. Es kann - wie dies jedermann auf den ersten Blick hin einsieht für die inneren Vorgänge auf der Erde durchaus nicht gleichgültig sein, welche Kollektivbewegungen die Erde als Ganzes vollzieht. Ja, es muß ein höchst inniger Zusammenhang zwischen der Beschaffenheit, den chemisch-physikalischen Eigenschaften des Erdkörpers wie auch den Vorgängen auf und innerhalb desselben und zwischen seinen Kollektivbewegungen bestehen. Die Kollektivbewegung eines Weltkörpers ist gleichsam die zusammenfassende Darstellung und Veräußerlichung der in seinem Inneren stattfindenden Zu- stände und Prozesse. Wer also die feinsten Oszillationen eines Weltkörpers auf seiner Bahn im Weltraume kennen würde, der könnte hieraus die bedeutsamsten Schlüsse selbst auf die geheimen Vorgänge in seinem unzugänglichen Inneren ziehen. Umge- kehrt müssen die astronomischen Kollektivbewegungen eines Welt- körpers auch in den Sondervorgängen, die auf und innerhalb des- selben stattfinden, irgendwie zum Vorschein kommen und der Beobachtung bzw. dem Experiment zugänglich sein. Als Fou- cault seinen mühevollen, bewunderungswürdigen Versuch im Inneren des Pantheons machte, konnte er nichts von den Sternen sehen, und doch vermochte er aus der Änderung der Schwingungs- ebene des Pendels auf die Rotation der Erde mathematisch zu schließen. Auch die Bewegung der Erde um die Sonne muß ohne Hinsicht auf die Sterne rein durch terrestrische und Laboratoriums- versuche nachweisbar und berechenbar sein, wenn auch die Lö- sung dieser Aufgabe bisher nicht gelang. Die Relativitätstheorie -