Art. 73. 267 = durch Logarithmieren AB< AC+ BC folgt. Für den Euklidischen Fall, daß auf jeder Geraden genau ein un- eigentlicher Punkt liegt, ist eine Geometrie der verlangten Art die von Minkowski*) seiner Geometrie der Zahlen zugrunde gelegte. In der Euklidischen Ebene werde eine geschlossene, überall konvexe Kurve mit Mittelpunkt O als „Eichoval" genommen. Zwei Strecken heißen gleich, wenn sie durch Parallelverschiebung auseinander her- vorgehen; ferner heißen zwei „Radien" OI, OJ des Eichovals ein- ander gleich; schließlich heißen zwei Strecken OA auf OI, und OB auf OJ einander gleich, wenn [AB] [IJ] ist. Winkel heißen gleich, wenn sie es im gewöhnlichen Sinne des Wortes sind. Offenbar gelten alle Kongruenzgrundsätze mit Ausnahme des Satzes 11. Denn gälte dieser Satz, so seien (s. Fig.) K, I, J Punkte des Eichovals, I, 0, J in einer Geraden; dann folgt KOI~ IOK, KOJ~ JOK, also OIK= OKI, OJK OKJ, also IKJ- JIK+ IJK, also, da hier die Drei- eckswinkelsumme zwei Rechte be- trägt, IKJ=1 Rechter. Nach dem Satz des Thales (65) wäre also das Eichoval ein Kreis, was ausgeschlossen werden konnte. Dagegen gilt der Satz von der Geraden als kürzester. Um das zu beweisen, definiere man als Eich- oval mit dem Mittelpunkt A und dem Radius AC die Gesamtheit des Punkte P, für welche AP AC ist. Zwei Eichovale, eins um A und durch P, ein andres um B und durch Q, haben einen äußeren und einen inneren Ähnlichkeitspunkt. Sind nämlich AP BQ und AP BQ parallele Radien der beiden Eich- ovale, so ist z. B. ([AB][PQ]) der äußere, und ([AB][PQ']) M zwischen A und B der innere Ähnlichkeitspunkt. Haben die beiden Ovale einen Schnittpunkt C und ist CD die Sehne des zweiten Ovals, welche durch M geht, so liegt M auch zwischen C und D, also im Innern des zweiten, ebenso des ersten Ovals; also ist AB AM+ MB< AC+ CB, was zu beweisen war. = - *) Geometrie der Zahlen, Leipzig 1896. K = = I