Art. 99-101. 203 liegenden Teile im gewöhnlichen Sinne des Wortes parallel sind, zwei Strecken AB A'B' zweier Geraden als gleich, wenn im Sinne der eben gegebenen Definition [AB] || [A'B'], [A A']||[BB′] ist. Dann soll gezeigt werden; daß den Forderungen AB A′ B′, AB = A″ B", A'B', A" A'B' = A"B" bei gegebenem A, A', B', A", B" unter Umständen durch keinen Punkt B genügt werden kann. = 19 Man wähle den Punkt A auf dem Umfang des Kreises x² + y² = 1, einen Punkt B₁ auf einer Sehne (keinem Durchmesser) AC, zwischen A und C, ziehe die Zentralen [AOA'], [B₁0B"], und wähle die Strecken A"B", A'B' außerhalb des Kreises so, daß im gewöhnlichen Sinn des Wortes die Strecken AB₁, A'B', A″ B" gleich und parallel sind. Schneiden sich dann die Nicht-Desarguesschen Geraden [AC] und [BB] im Punkte B, so ist nach Definition die Nicht-Desar- guessche Strecke AB A'B'; sie müßte also auch gleich A"B" sein, d. h. es müßte B auf [BO] liegen. Nun ist B₁ das Potenzzentrum der drei vorkommenden Kreise, als Schnittpunkt der Potenzaxen [AC], [B' B₁] zweier von ihnen mit dem dritten. Also müßte [BB₁] die dritte Potenzaxe, also O ein Punkt gleicher Potenzen der beiden zu den Nicht-Desarguesschen Geraden [AC], [B'B₁] gehörenden Kreise sein. Sind - = = 2p (x² + y² − 1) + (ax + by + p) 2, (x² + y² − 1) + (cx + dy + q) = 0 die Gleichungen derselben, so müßten die Potenzen im Punkte 0 (x = 0, y 0), nämlich p 1 9 2p • 1 ― q λα 1 q λα einander gleich sein. Nimmt man die eine der Geraden [AC] als gegeben an, so kann der Abstand g der andern von O noch will- kürlich gewählt werden, und es kann nicht bei jeder Wahl von q - - 1 = - = p λp 0 sein, da sonst 2,q const. wäre, was ausgeschlossen war. Չ 101. Infolgedessen entsteht die Frage nach der Beweisbarkeit des ebenen Desarguesschen Satzes auf Grund des affinen Grundsatzes der Meßbarkeit (99), wenn darin die Gleichheit von Strecken einer Geraden anderweitig, aber jedenfalls so definiert wird, daß durch AA ¸Â₁ = ¸ ø und A, A, der dritte Punkt A, eindeutig bestimmt ist. Die Unabhängigkeit des Desarguesschen Satzes von dem so aufgefaßten Grundsatz der Meßbarkeit folgt ohue weiteres aus