202 IV. Affine Geometrie. a b wozu noch nötig war, daß jedes Element mit beliebig gewähltem Zähler oder Nenner repräsentiert werden konnte. Für eine Gruppe a, b, c,... von „allgemeinen Spiegelungen", d. h. Verwandtschaften, für welche a², b2, c², ... der Identität gleich sind, werden die Quo- tienten den Produkten ab gleich und man erhält Wieners „zwei- spiegelige" Verwandtschaften*), bei denen aber hier nicht bloß nach der Gruppeneigenschaft, sondern nach der Zahlensystemeigenschaft gefragt wird. Aber die Einführung der Quotienten von Verwandt- schaften statt der Produkte von Spiegelungen ist der weitertragende Gedanke. So sind z. B. die Vektoren (nach 67) zweispiegelige Ver- wandtschaften, die gebundenen Tensoren (nach 96) nicht, wohl aber Quotienten von Verwandtschaften. Die Rechnungen mit Vektoren und mit gebundenen Tensoren können als die beiden einfachsten Fälle von Lösungen des Problems angesehen werden: a b Zahlensysteme von Projektivitäten aufzustellen. Weitere Fälle von Lösungen werden sich in der metrischen Geo- metrie ergeben. 99. Mit Rücksicht auf 48, 49 geht der projektive Grundsatz der Meßbarkeit in den folgenden „affinen Grundsatz der Meßbar- keit" über. Liegt A zwischen A。 und X und macht man = Ax-14k k A₁₁ A₁ A Ag Ag so gibt es eine ganze Zahl k, so daß X zwischen A, und A, liegt. Für diesen Satz und seine Konsequenzen gelten also alle in der projektiven Geometrie für den projektiven Grundsatz der Meßbarkeit ausgesprochenen Sätze. Insbesondere wird durch ihn der Pascalsche Satz beweisbar. = - = 100. In dem affinen Grundsatz der Meßbarkeit (99) haben die Gleichungen A₁₁ = А₁₂ = usw. AA1 A2 nur Bedeutung im Sinne der Definitionen 41, 44, deren Zulässigkeit in der Ebene nur unter Voraussetzung des Desarguesschen Satzes nachgewiesen wurde (42, 45) und nachgewiesen werden konnte. Um letzteres zu zeigen, definieren wir zwei Gerade der Nicht-Desarguesschen Geometrie (s. II 59 S. 68) als parallel, wenn ihre außerhalb des Kreises *) Wiener, Leipz. Akad. Ber., Math. phys. Kl. 43 (1891) p. 644.