192 IV. Affine Geometrie. 68. Satz: Die Vektoren (Schiebungen) bilden ein singuläres Zahlensystem, in welchem die Addition und Multiplikation assoziativ, kommutativ und distributiv sind; Vektordifferenzen sind singulär. Beweis: Das Bestehen des assoziativen und kommutativen Ge- setzes für die Multiplikation folgt aus 57, 58, für die Addition aus 65, für die distributativen Gesetze folgendermaßen: Um zu beweisen, wo die Vektoren nach 43, 46 auf denselben Anfangs- resp. Endpunkt E gebracht sind, genügt es, mit Rücksicht auf E² = 1, zu zeigen, daß A · (B + C) = A · B+ A · C AB = BB', AC=CC', BM= MC, B'D DC', AB ist. Dazu sei AE (E B E · C) = A · B + A · C · · · also dann ist also und auch · CD, AC = BD; B+C=2M, A. (BC) 4AM = 2AD A.BA.CAB'+ AC' = 2 AD. Das zweite distributive Gesetz: · (B + C) · A = B⋅ A+ C⋅ A folgt aus dem ersten vermittelst ABB. A.*) Vektordifferenzen sind singulär, denn es wird z. B. - · (A · E — B · E) (E . C — E · D) = (A — B) (C — D) = 0 (s. 66). 69. Definition: Eine Affinität, in welcher jeder uneigentliche Punkt und ein eigentlicher Punkt S sich selbst entsprechen, heißt ,,Dehnung" oder im speziellen „Spiegeldehnung", je nachdem der feste Punkt S nicht zwischen oder zwischen je zwei entsprechenden Punkten A, A' liegt. Eine Spiegeldehnung kann als aus einer Dehnung und einer Spiegelung zusammengesetzt angesehen werden. - *) Eine Multiplikation dieser Art heißt,,äußere" resp.,,kombinatorische" bei Graßmann (Die Ausdehnungslehre, Berlin 1862, Kap. 3 § 1 u. 3 Ges. Werke Bd. I, 2 p. 38 u. 56), „alternierend" bei Hankel (Vorlesungen über die komplexen Zahlen, Leipzig 1867, p. 119), „polar" bei Sylvester (American Journal of Mathe- matics I p. 127 u. 257), im Gegensatz zur „,skalaren“ mit A · B = B· A (Clifford, American Journal of Mathematics I p. 350 Mathematical Papers, London 1882, p. 266).