182 IV. Affine Geometrie. Punkten stets eigentliche, den uneigentlichen uneigentliche entsprechen, heißt eine „Affinität“. Beobachtet man nun die Bewegung eines sogenannten starren Körpers, so bemerkt man erstens: Vier beliebige Punkte des Körpers, die in keiner Ebene liegen, gehen durch die Bewegung in vier Punkte über, die ebenfalls in keiner Ebene liegen; zweitens: zwei sich schneidende Gerade des Körpers gehen durch die Bewegung in zwei sich schnei- dende Geraden über. Die erste Eigenschaft der Bewegung charak- terisiert dieselbe als Kollinearität; in der Tat, ordnet man den fünf beliebigen Punkten A, A1, A2, A3, E des Körpers, von denen keine vier in einer Ebene liegen, diejenigen fünf Punkte zu A, A1, A2, A3, E, in welche dieselben durch die Bewegung übergehen, alsdann den Punkten P auf [44] die Punkte P₁ auf [øõ], so daß ፩ h (PEAA) = (P„Ē‚Ã‚Ã‚) (h = 1, 2, 3) h h 0 0 ist, schließlich dem Punkte (nicht in A4, A}) P = ({ P¸¹₁₂} {P₁A,A。} {P₂A。A₁}) 1 2 2 den Punkt 2 -2 2 P = ({P¸Ã‚Â} {P¸Ã‚Ã。} {Р‚Ã‚Ã‚}), und analog für die in {¸¸Â} gelegenen Punkte, so wird hier- durch eine Kollinearität im Raume hergestellt, in welcher jedem Punkte P des Körpers der ihm durch die Bewegung entsprechende Punkt des Körpers zugeordnet ist. Der zweiten Eigenschaft zufolge geht durch die Bewegung jeder eigentliche Punkt in einen eigentlichen Punkt, also, durch Betrachtung der umgekehrten Bewegung, jeder uneigentliche Punkt in einen un- eigentlichen über, d. h. die Bewegung ist eine Affinität. Nimmt man drittens noch hinzu, daß man z. B. ein Lineal, d. h. einen Körper, dessen Oberfläche eine Ebene und in ihr eine gerad- linige Kante enthält, in einer beliebigen Ebene an eine beliebige Ge- rade beliebig anlegen kann, so erhält man, aus der Tatsache der Be- wegung abgeleitet, den Grundsatz: 35. Grundsatz: Es gibt Affinitäten, in denen eine beliebig ge- gebene Gerade einer beliebig gegebenen Geraden H, einem beliebig gegebenen Punkte von ein beliebig gegebener Punkt von 5, einer beliebig gegebenen Ebene von & eine beliebig gegebene Ebene von 5 entspricht. Mit diesem Grundsatz ist natürlich nicht der volle geometrische Inhalt der Bewegung starrer Körper erschöpft; er repräsentiert viel- mehr nur den „graphischen" Teil desselben, zu welchem später noch der,,metrische" hinzutritt. Aber dieser Grundsatz genügt, um den