150 III. Projektive Geometrie Die Existentialsätze der Anordnung. 21. Als Existentialsätze der Anordnung bezeichnen wir Sätze, welche die Existenz von Elementen fordern, die gegebenen Anord- nungsbeziehungen genügen sollen. 22. Definition: Unter einem Pascalschen Netz" in einer Geometrie soll ein Netz von Elementen verstanden werden, in welchem der Pascalsche Satz gilt. 23. Satz: In jeder Geometrie gibt es Pascalsche Netze. Beweis: Das durch Verbinden und Schneiden aus fünf Punkten A。, A1, A2, A., E des Raumes, deren keine vier in einer Ebene liegen, zu gewinnende Netz ist ein Pascalsches Netz. Für diese Punkte ergeben sich nämlich nach II 148 p. 135 die Koordinaten: ø=(1000), Α₁ = (0100), Α=(0010), A¸=(0001), E=(1111) und aus diesen durch Verbinden und Schneiden nur Punkte P=(xyzt) mit ganzzahligen Koordinaten x, y, z, t (s. 34), für welche also nach II 110 p. 107 der Pascalsche Satz gilt. 24. Satz: Nimmt man fünf beliebige Punkte eines Pascalschen Netzes, von denen aber keine vier in einer Ebene liegen, als Grund- punkte A, A1, A2, A3, E, so bekommen alle Punkte des Pascalschen Netzes Koordinaten aus einem Zahlensystem mit kommutativer Mul- tiplikation. "" Beweis folgt aus II 122 u. 148. 25. Definition: Ein Netz heißt dicht", wenn es zu jedem Punktpaar des Netzes ein trennendes Punktpaar des Netzes gibt. Ein Netz heißt „relativ-dicht", wenn es zu jedem Punktpaar einer Geraden des Netzes ein trennendes Punktpaar des Netzes gibt. 26. Grundsatz der relativen Dichte: Es gibt ein relativ- dichtes Pascalsches Netz. Betreffs der Unabhängigkeit dieses Satzes von allen vorhergehenden s. 31. 27. Satz: Gilt in einer Geometrie der Grundsatz der relativen Dichte, und wählt man fünf Punkte des relativ-dichten Pascalschen Netzes, von denen keine vier in einer Ebene liegen, als Grundpunkte A。, A1, A2, A3, E, so bekommen alle Punkte Koordinaten aus einem Zahlensystem, in welchem der (arithmetische) Grundsatz der relativen Dichte gilt. Beweis: Das Zahlensystem besteht aus den Punktquadrupeln p = (P₁Е₁ ¸ Ã₁), q = (Q₁ E₁ A A₁) 1 usw. Wird nun das Paar P₁ Q₁ durch zwei Punkte X, Y des relativ- dichten Pascalschen Netzes getrennt, so gehört entweder X oder Y ―