68 II. Projektive Geometrie. ebenso: P = = ([SP′], E) = ( {SBC'}, {SB₁С₁'}, Е) ([{SBC'), E], [{ SB, C,₁' }, E]) = ([BC], [B₁₁]), = · Q = ([AC], [4₁ C₁]), womit der Satz bewiesen ist. 59. Satz: Wenn eine ebene Geometrie nicht Schnitt einer räum- lichen ist, so braucht in ihr der Desarguessche Satz nicht zu gelten: derselbe ist keine Folge der ebenen Axiome, denn es existiert eine ebene „Nicht-Desarguessche" Geometrie. Beweis: Unter Zugrundelegung des Systems der gemeinen reellen Zahlen bezeichnen wir das Aggregat zweier solcher Zahlen (x, y) als einen Punkt, ferner die Gesamtheit der Punkte, welche entweder den Bedingungen: (p ≥ 0) x cos ay sina = p, x²+ y² ≥1 oder den Bedingungen: λp (x² + y² — 1) genügen, als Gerade [Cos α gungen = x cos α + y sin a sin a p 20 x² + y² < 1 hier sei eine nur den Bedin- 0 < λp< 2 für p>0, Ap P const. 0 = P, arc sin P 2 2 entsprechende, im übrigen beliebig gewählte stetig von Null an wachsende reelle Funktion von p, z. B. λ = 1 tg 2p Für diese Geometrie gelten die ebenen Axiome der Verknüpfung*), wie man am einfachsten nach anschaulicher Interpretation**) erkennt. Dann wird nämlich das innerhalb des Kreises x2 + y² = 1 liegende Stück x² AB einer Geraden [AB] durch einen Kreisbogen AB ersetzt, der zwischen der Sehne AB und dem zu x² + y² = 1 senkrechten Kreis- P. *) Die Gerade [0, 0] und die auf ihr liegenden Punkte werden nicht aus- geschlossen. **) Diese Interpretation in der gewöhnlichen ebenen Geometrie kann un- bedenklich verwendet werden, da die Begründung dieser Geometrie zwar erst später, aber unabhängig von 59 erfolgt. Die obige Nicht-Desarguessche Geometrie ist einfacher als die von Hilbert (Grundlagen § 23) zu demselben Zweck kon- struierte, in welcher die Geradenstücke innerhalb einer Ellipse durch Kreis- bogen ersetzt werden. 1 1